Neue Förderstandards

Seit 1. Januar gelten für Neubauten die strengeren Richtwerte der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2016. Infolgedessen passt die Förderbank des Bundes KfW zum 1. April 2016 ihre Förderbedingungen an.

Das Effizienzhaus 70 entspricht nun dem gesetzlichen Mindeststandard bei Wohnungsneubauten, die Förderung im Programm „Energieeffizient Bauen“ ist damit beendet.

Weiter im Angebot bleiben die beiden Förderstandards KfW-Effizienzhaus 55 und 40. Zusätzlich wird das Effizienzhaus 40 Plus eingeführt.

Dafür muss der geförderte Neubau übers Jahr gesehen mehr Energie erzeugen, als er verbraucht, und ein wesentlicher Teil des Energiebedarfs unmittelbar am Gebäude erzeugt und gespeichert werden.

Für das Effizienzhaus 55 wird ein vereinfachtes Nachweisverfahren angeboten, das „KfW-Effizienzhaus 55 nach Referenzwerten“. Bei diesem Standard kann aus standardisierten Maßnahmenpaketen für Gebäudehülle und Anlagetechnik gewählt werden.

Passivhäuser werden weiterhin gefördert, auch wenn sie nicht explizit genannt werden.

 

Zweite Phase zur EnEV hat begonnen: Höhere Anforderungen für Neubauten

 

Am 1. Januar 2016 trat die zweite Phase der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2014 mit veränderten Anforderungen in Kraft. Die EnEV regelt dieAnforderungen an den Wärmeschutz und die Anlagentechnik von Gebäuden.

Anforderungen an die Gebäudehülle um rund 20 Prozent verschärft

Ein Neubau muss nun die um 25 Prozent verschärften Anforderungen an den Jahresprimärenergiebedarf für Heizen, Lüften, Kühlen und für die Warmwasserbereitung erfüllen. Im Primärenergiebedarf wird sowohl die Energiezufuhr, der Energieverbrauch und die Leistung bzw. Effizienz der technischen Infrastruktur (Warmwasseraufbereitung, Lüftungsanlagen, Pumpen etc.) berücksichtigt als auch welche Energieträger verwendet werden.

Zusätzlich werden die Anforderungen an die Gebäudehülle um rund 20 Prozent verschärft. Dies ist ein weiterer Schritt Richtung Niedrigstenergie-Standard, den die EU Richtlinie für Gebäude bis 2021 für alle Neubauten verlangt.


Für Maßnahmen bei Bestandsgebäuden ändert sich sehr wenig, da die erhöhten Anforderungen nur für Neubau gelten. Jedoch muss die Nachrüstpflicht die Dämmung der obersten Geschoßdecke bzw. des Daches bis zum 31.12.2015 durchgeführt worden sein. Wenn Decken nicht dem den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 entsprechen (rund 8-10 cm Dämmung) müssen zugängliche Decken beheizter Räume gegenüber unbeheiztem Dachraum auf einen maximalen U-Wert von 0,24 W/(m²K) gedämmt werden (rund 16-18 cm Dämmung). Bei Holzbalkendecken aller Baualtersklassen wird davon ausgegangen, dass sie den Anforderungen entsprechen. Alternativ kann das darüber liegende Dach entsprechend gedämmt werden. Von dieser Pflicht sind Eigentümer eines Gebäudes mit bis zu zwei Wohnungen entbunden, wenn sie mindestens seit 2002 das Gebäude selber bewohnen. Bei einem Eigentümerwechsel, muss der neue Eigentümer jedoch zwei Jahre nach der Eigentumsübergabe die Nachrüstpflichten der EnEV erfüllen.

Da der Anteil der erneuerbaren Energie an der Stromerzeugung zugenommen hat, wird der Primärenergiefaktor für Strom ab 2016 auf 1,8 reduziert – dies ist sowohl für Neubau- als auch Sanierungsprojekte relevant. Von dieser Änderung profitieren insbesondere Bauherren, die sich für die Wärmepumpentechnologie entscheiden, da hier mit Strom geheizt wird.

 

 

Attraktive Förderbedingungen – Pelletanlagen

Zum Jahresbeginn startet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) eine neue umfassende Modernisierungsoffensive in deutschen Heizungskellern. Wer seine fossile Heizung durch eine Holzpelletanlage ersetzt und sein gesamtes Heizungssystem durch Verbesserung der Energieeffizienz optimiert, erhält ab dem 1. Januar 2016 einen Zusatzbonus von 20 % der Förderung nach dem Marktanreizprogramm (MAP). Darüber hinaus wird ein einmaliger Investitionszuschuss von 600 Euro für die notwendigen Maßnahmen zur Optimierung der Energieeffizienz gewährt.

 

 

KFW-Förderungen Heizungs- und Lüftungspaket

Geld für Ihre Energiewende

Zum 1. Januar 2016 gibt es eine Änderung im KfW-Programm „Energieeffizient Sanieren“ (Programmnummer 151/152 bzw. 430). Innerhalb des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz (NAPE) setzt die KfW ab 1. Januar 2016 das „Anreizprogramm Energieeffizienz“ um: Konkret verbessert sich die Förderung von Einzelmaßnahmen durch die Einführung eines „Lüftungs- und Heizungspakets“, das sogenannte Kombinationslösungen fördern wird.

Im Lüftungspaket wird der Einbau einer Lüftungsanlage in Kombination mit mindestens einer Sanierungsmaßnahme an der Gebäudehülle gefördert. Im Heizungspaket fördert die KfW den Austausch einer ineffizienten Heizungsanlage durch effiziente Anlagen in Verbindung mit einer optimierten Einstellung der gesamten Heizungsanlage.

Die Förderung erfolgt in Form eines zinsgünstigen Darlehens in Kombination mit einem Tilgungszuschuss von 12,5 Prozent. Alternativ können Antragssteller auch ein Investitionszuschuss.

Maßnahmen des „Heizungs- und Lüftungspakets“ können ab dem 1. Januar 2016 umgesetzt werden. Eine Antragsstellung ist jedoch erst ab dem 1. April 2016 über einen Finanzierungspartner nach Wahl des Antragsstellers möglich. Für vorzeitig begonnene Vorhaben müssen der KfW die Anträge bis spätestens 30. Juni 2016 vorliegen.

Weitere Informationen:

www.kfw.de
www.foerder-navi.de

 

 

 
  Thorben Wengert  / pixelio.de