Besuche ab sofort wieder unter strengen Hygieneschutzmaßnahmen möglich

 

Die schwierigsten Stunden im Kreisaltenheim in Niederaula sind nach genau acht Wochen im Ausnahmezustand überstanden. Alle Bewohnerinnen und Bewohner der Altenpflege-Einrichtung des Kreises sind mit Stand von Freitag Corona-frei. Auch wiederholte Kontrolltests bei zuletzt noch einer Person fielen negativ aus. Zum Schutz aller Bewohner und aufgrund zahlreicher Infektionen mit dem Coronavirus stand die Einrichtung seit Ende März unter Quarantäne. Das damit einhergehende generelle Besuchsverbot wird mit dem heutigen Freitag aufgehoben. Nach telefonischer Anmeldung und Terminvergabe dürfen Bewohner pro Woche einen engen Angehörigen für jeweils eine Stunde empfangen. Nach wie vor müssen strenge Hygieneschutzmaßnahmen eingehalten werden.

 

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Auf Kaffee und Kuchen zu den Liebsten ins Kreisaltenheim: Ab sofort sind Besuche der Einrichtung in Niederaula wieder erlaubt.
Symbolisch luden hierzu am Freitag die stellvertretende Geschäftsführerin Bettina Wolf und Landrat Dr. Michael Koch ein.

 


„Das ist eine bedeutsame Nachricht für unsere Einrichtung in Niederaula, aber auch für den gesamten Kreis Hersfeld-Rotenburg“, sagt Landrat Dr. Michael Koch. In den vergangenen Wochen haben die 155 Bewohner und 177 Mitarbeiter der Einrichtung gemeinsam gegen den Ausnahmezustand gekämpft, den das Virus mit sich brachte. Mit dem Aussprechen der Quarantäne wurden Erkrankte von Gesunden getrennt, eine Isolierstation ist innerhalb des Heims eingerichtet worden. Inzwischen gibt es unter den Bewohnern im Kreisaltenheim Niederaula keinen positiven Corona-Fall mehr. 

Die guten Nachrichten überbrachte Koch am Freitagnachmittag persönlich, und verteilte bei der Gelegenheit ein süßes Dankeschön an die Betreuungskräfte der Einrichtung. Er sagt: „Die Umstände haben ein striktes Durchgreifen nötig gemacht. Ich bin mir bewusst, wie schwer die Situation für die Bewohner, aber natürlich auch die Angehörigen gewesen ist.“ Umso erfreulicher sei die Nachricht, nun schrittweise wieder in den Normalzustand zurückzukehren. Ein erneutes Auftreten von Infektionen müsse weiterhin mit aller Kraft verhindert werden.

Die Pflegedienstleiterin des Kreisaltenheims, Franka Meinecke ist sichtlich bewegt, wenn sie an die vergangenen Wochen zurückdenkt: „So etwas hat es hier noch nie gegeben. Wir alle, egal ob tatsächlich an Corona erkrankt oder nicht, standen vor riesigen Herausforderungen. Tag und Nacht haben wir dafür gekämpft, einen unsichtbaren Feind zu besiegen.“ Die stellvertretende Geschäftsführerin Bettina Wolf ergänzt stolz: „Selbst in den schwersten Momenten habe ich hier in der Einrichtung einen unbändigen Zusammenhalt gespürt. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind an ihre Grenzen gegangen, um die zu schützen, die es selbst nicht mehr können.“ Die Unterstützung durch das Klinikum, vor allem in der Anfangszeit zwischen Mitte und Ende März sei von großer Hilfe gewesen. Dass die Quarantäne nun aufgehoben wird, ist ein unglaublich wichtiges Zeichen, betont Wolf.

 

niederaula2Der Ausnahmezustand ist überstanden: Zum offiziellen Ende der im Kreisaltenheim Niederaula verhängten Quarantäne trafen sich am Freitag vor Ort (von vorne links): Landrat Dr. Michael Koch, stv. Geschäftsführerin Bettina Wolf, Leiterin des Gesundheitsamts Adelheid Merle, Pflegedienstleiterin Franka Meinecke sowie ihre Kollegen Iris Fuhrmann und Heiko Bully, Pfarrer Werner Ewald und Bürgermeister Thomas Rohrbach.



Besondere Vorkehrungen zum Schutz der Bewohner

Die Leiterin des Gesundheitsamts Adelheid Merle erklärt die Maßnahmen, unter denen ein Besuch in Niederaula ab sofort möglich ist: „Der Mindestabstand von 1,5 Metern muss eingehalten werden, außerdem ist regelmäßiges Händewaschen Pflicht. Das gilt auch für das Tragen eines Mund-Nasenschutzes. Die Besuche werden in einem extra eingerichteten Besucherraum stattfinden. Bei bettlägerigen oder palliativ betreuten Personen sind Ausnahmen in Absprache mit der Pflegeleitung möglich.“ Alle Besuche müssen vorher telefonisch angemeldet werden, Besucher können dann nach Ausfüllen eines kurzen Fragebogens in Begleitung einer Pflegekraft ihre Liebsten treffen.

Das Team des Gesundheitsamts lobt den professionellen Umgang mit der Krisensituation seitens der Einrichtung. Intensiv und äußerst vertrauensvoll sei die Verständigung gewesen, quasi in Echtzeit erfolgte ein Austausch zwischen Gesundheitsamt und Einrichtung. „Alle Beteiligten haben hier einen super Job gemacht“, sagt die Leiterin des Gesundheitsamts. Das schließe ausdrücklich auch die niedergelassenen Ärzte vor Ort ein.

Insgesamt hatte es in der Einrichtung 84 positiv bestätigte Corona-Fälle gegeben, darunter 42 Bewohner und 42 Mitarbeiter. 17 positiv getestete Bewohner des Heims sind in den vergangenen Wochen verstorben – alle litten an teils schweren Vorerkrankungen und sind vielmehr „mit“, als „an“ Corona verstorben.

Vor Ort waren am Freitag auch Pfarrer Werner Ewald und Niederaulas Bürgermeister Thomas Rohrbach, um den Mitarbeitern der Einrichtung ihren Dank auszusprechen. Beide hatten die Einrichtung in den vergangenen Wochen intensiv unterstützt.

 

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