Unterstützung für den ältesten Baum Deutschlands

Die Linde in Schenklengsfeld braucht Unterstützung. Mit einem Alter von über 1200 Jahren ist sie der wahrscheinlich älteste Baum in Deutschland. Schon vor Jahrhunderten ist das Gewicht einzelner Stammteile so groß geworden, dass diese abgestützt werden mussten. Rund um den Baum trägt ein Holzgerüst aus über 80 Balken einzelne Äste. Dass das Gerüst der Witterung schonungslos ausgesetzt ist, war zuletzt deutlich erkennbar. In fast allen Bereichen ist es außerdem mit dem Eichenwirrling, einem holzzersetzenden Pilz, befallen. Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg saniert das Gerüst rund um die Linde deshalb in den kommenden Wochen. Knapp 30.000 Euro werden investiert, um das Wahrzeichen Schenklengsfelds wieder strahlen zu lassen. Ende Juni soll das Projekt abgeschlossen sein.

Die Linde wurde wohl im Jahr 760 gepflanzt. Sie besteht aus vier Stammteilen, die einem gemeinsamen Wurzelstock entspringen. Insgesamt liegt der Umfang der Linde bei rund 18 Metern. Schon 1926 wurde sie zum Naturdenkmal erklärt. Die letzte Sanierung erfolgte im Jahr 2009 im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt- und Naturschutz. Ein Blick auf das Wappen der Gemeinde lässt die Bedeutung des massiven Baumes für die Schenklengsfelder erahnen: Es wird von einem gespaltenen grünen Lindenzweig geziert. Landrat Dr. Michael Koch hebt linde4 kleindie Relevanz der aktuellen Sanierungsmaßnahme hervor: „Auf Lindenplätzen wurden im Mittelalter die Ortsgerichte abgehalten, später fanden hier die Volksfeste statt. In der Dorfgemeinschaft kam solchen Plätzen eine besondere Stellung zu. Die Schenklengsfelder sind zu Recht stolz auf ihr Wahrzeichen. Die Linde mitten im Ortskern ist eine echte Institution und steht häufig im Mittelpunkt von Veranstaltungen jeglicher Art. Wir tragen deshalb gerne einen Teil dazu bei, dass die Linde auch für die kommenden Jahrhunderte gut gewappnet ist.“ Im jährlichen Wechsel finden das Lindenblütenfest und das Apfelweinfest im direkten Umfeld des Baums statt.

Heike Madus von der Denkmalschutzbehörde des Landkreises erklärt die Herausforderung bei der Sanierung des Gerüsts: „Bei der Erneuerung des Gerüsts war wichtig, weiterhin das Bild dieses geschichtlich und ortsgeschichtlich wichtigen Kernbereichs zu erhalten.“ Verbaut wird Lärchenholz, das als besonders witterungsbeständig gilt.

 

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