Azubi PCKommunales Jobcenter vereint Betriebe und Jugendliche

Der reibungslose Start in eine Ausbildung bildet für viele junge Menschen das Fundament für das gesamte Berufsleben. Durch die Corona-Pandemie stehen viele Schulabgängerinnen und -abgänger vor unerwarteten Herausforderungen. Die persönliche Berufsberatung in den Schulen und Berufs-Informationszentren des Landkreises Hersfeld-Rotenburg konnte zuletzt nicht in der gewohnten Weise stattfinden. Bewerbungsverfahren für Ausbildungsstellen unterlagen zahlreichen Einschränkungen. In dieser Situation waren und sind die Kommunalen Jobcenter in Hessen besonders gefordert. Vielerorts rückten neue und kreative Beratungsansätze in den Vordergrund: Ob telefonisch, per Messenger-Dienst, Webkonferenz oder E-Mail - die Kommunikation auf Augenhöhe zu den Jugendlichen ist nicht abgerissen.

Im Kommunalen Jobcenter des Landkreises Hersfeld-Rotenburg sind derzeit 530 junge Menschen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren im SGB II-Leistungsbezug vermerkt. Nicht alle davon suchen eine Ausbildung, entweder weil sie noch die Schule besuchen, bereits eine Ausbildung abgeschlossen haben oder schon einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Gegenwärtig sind 72 gemeldete Personen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Die Jugendlichen werden im Kommunalen Jobcenter dabei durch ein eigenes Mitarbeiterteam unterstützt.

„Jugendliche müssen an das Arbeitsleben herangeführt werden“

Aktuell liegen dem Kommunalen Jobcenter 58 Verträge zum Ausbildungsbeginn vor. Mit weiteren ist zu rechnen. Die Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Elke Künholz sagt: „Es ist erfreulich, dass trotz der Corona-Krise in der heimischen Wirtschaft weiterhin eine hohe Ausbildungsbereitschaft besteht und unsere Betriebe in die Zukunft investieren.“ Bei der Vermittlung spielen im Kommunalen Jobcenter ausbildungsvorbereitende Maßnahmen eine immer größere Rolle. Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt, dass bei vielen betreuten jungen Menschen die nötige Ausbildungsreife noch nicht vorliegt und die Jugendlichen an das Arbeitsleben erst noch herangeführt werden müssen. Künholz weiter: „Manchmal fehlt den jungen Menschen in der persönlichen Entwicklung noch ein Jahr Reife, was durch Angebote des Kommunalen Jobcenters berufsvorbereitend überbrückt wird“.

Erfolgsgeschichten gibt es auch in Zeiten der Pandemie: So berichtet der Geschäftsführer des Kommunalen Jobcenters René Bieber von der Vermittlung eines jungen Mannes, der nach Abbruch der Fachoberschule 2019 und erfolglosen Bewerbungen zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr begonnen hatte. Parallel dazu erfolgte ein Bewerbungstraining. Im Zusammenspiel von Fallmanagement und Arbeitgeberservice des Kommunalen Jobcenters sowie der Berufsberatung der Arbeitsagentur konnte der Mann zum 1. August 2020 dann im ersehnten Ausbildungsberuf im IT-Bereich durchstarten. Bieber sagt: „In vielen Fällen ist eine engmaschige, langfristige Betreuung notwendig, um junge Menschen in eine Ausbildung zu vermitteln. Es ist erfreulich, wenn sich unsere Arbeit auszahlt.“ Er appelliert an die Unternehmen, größtmögliche Anstrengungen zu unternehmen, Ausbildungsplätze auch in Corona-Zeiten zu erhalten.

 

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