Auswikrungen der Corona-Pandemie: "Im Sommer waren es die Gartenmöbel, jetzt unterstützen wir den Weihnachtsmann"

Die Corona-Krise hat große Teile der Wirtschaft heftig erwischt, andere Branchen wie der Versandhandel gelten als Profiteure der Pandemie. Als Logistik-Hochburg spüren das auch die Firmen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Bei einem Unternehmensbesuch beim DHL-Logistikzentrum in Mecklar hat sich Landrat Dr. Michael Koch kürzlich gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) Bernd Rudolph über die Auswirkungen der Corona-Pandemie informiert.

„Im Sommer waren es die Gartenmöbel, jetzt unterstützen wir den Weihnachtsmann“, erklärt Niederlassungsleiterin Gabriele Schulz die steigende Nachfrage. Durch die Corona-Pandemie seien die Urlaubsreisen der Menschen ausgefallen, ein Ausgleich wurde gesucht. „Die Leute nutzten die freie Zeit, um sich Haus und Hof schön zu machen“, so Schulz. Vor allem Gartenmöbel, Markisen und Pools liefen im Frühjahr und Sommer durch das Logistikzentrum in Mecklar. Der Standort Ludwigsau ist das zentrale Umschlags- und Warenlager für das sogenannte „Zwei-Mann-Handling“, also der Paket-Zustellung von schweren und sperrigen Gütern durch zwei Personen.

Unternehmensbesuch Landrat WFG DHL Mittel

Im DHL-Logistikzentrum in Mecklar informierten sich Landrat Dr. Michael Koch (von links) und WFG-Geschäftsführer Bernd Rudolph über die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Niederlassungsleiterin Gabriele Schulz (zweite von rechts) führte die beiden zusammen mit Beate Seeher, Geschäftsführerin DHL 2-Mann-Handling GmbH, und Maik Wiesenberg, Leiter Administration und Personalchef, durch die Logistik-Hallen. Foto: Landkreis Hersfeld-Rotenburg

 

Das große Geschäft sei vor allem Ostern, berichtet Schulz. „Dann werden viele Gartenmöbel, darunter auch Gartenhäuser und Carports bestellt.“ Das Weihnachtsgeschäft sei vor allem von Fernsehern, Möbeln und weißer Ware geprägt. „Der E-Commerce setzt sich auch in dem Segment Einrichtung immer mehr durch“, erzählt Geschäftsführerin Beate Seeher. „Vieler unserer Kunden nutzen den langjährig etablierten DHL Service GoGreen und haben damit die Möglichkeit, den Versand klimaneutral abzuwickeln“, betont sie. Durch diesen Service werden voraussichtlich in 2020 etwa 1300 Tonnen CO2 kompensiert.

„Als weltweit agierendes Logistikunternehmen übernehmen wir bereits seit vielen Jahren Verantwortung für den Klimaschutz – mit dem klimaneutralen Versand“, schildert Beate Seeher das Engagement von Deutsche Post DHL Group in Sachen Klimaschutz. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die CO2-Effizienz von Deutsche Post DHL Group bis zum Jahr 2025 um 50 Prozent zu verbessern. Unsere Mission ist, bis 2050 alle logistikbezogenen Emissionen auf null zu reduzieren“, ergänzt die Geschäftsführerin.

Immer mehr Menschen würden im Internet bestellen. Das sieht auch Niederlassungsleiterin Gabriele Schulz: „Corona hat uns in diesem Jahr gezeigt, auch wir sind systemrelevant.“ 24 Stunden von Sonntagnacht bis Samstagfrüh arbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Hochdruck, um die bestellte Ware an 120 Toren und 485 Stellplätzen immer zeitnah an die Kunden zu bringen. „Eine tolle Leistung Tag für Tag“, hebt Niederlassungsleiterin Gabriele Schulz hervor.

Landrat Dr. Michael Koch freut sich über Logistikunternehmen im Kreis Hersfeld-Rotenburg: „Die Corona-Pandemie macht deutlich, wie enorm wichtig und systemrelevant eine funktionierende Infrastruktur eigentlich ist. Die Mitarbeitenden unserer Logistiker sind in diesem schwierigen Jahr standhaft geblieben, haben Rückgrat gezeigt und so einen wertvollen Beitrag für unser gesellschaftliches Zusammenleben erbracht.“