Heringer Schulen surfen jetzt mit Richtfunk Landkreis Hersfeld-Rotenburg installiert Richtfunkanlage am Schulstandort Heringen 

Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg hat am Dienstag auf dem Dach der Werratalschule eine Richtfunkantenne installiert, die künftig dem Schulstandort Heringen eine Internetgeschwindigkeit mit bis zu 500 Mbit pro Sekunde ermöglicht.

RichtfunkWerratalschule Reitz Peters Koch Groß

Unscheinbar aber von großer Wirkung: Die Richtfunkantenne auf dem Dach der Werratalschule sorgt künftig für schnelleres Internet am Schulstandort Heringen. Landrat Dr. Michael Koch (von rechts), Schulleiter Christoph Peters und Oliver Reitz, Bereichsleiter der Firma goetel, freuen sich über die schnelle und unkomplizierte Lösung. Foto: Landkreis Hersfeld-Rotenburg

 

Sie sieht ganz unscheinbar aus – und doch stellt sie einen Quantensprung in Sachen Internetverbindung am Schulstandort in Heringen dar: Auf dem Dach der Werratalschule hat der Landkreis Hersfeld-Rotenburg am Dienstag eine Richtfunkantenne installiert, die künftig der Werratalschule und der Georg-August-Zinn-Schule in Heringen sowie der Grundschule in Wölfershausen eine bessere Internetverbindung ermöglicht.

Landrat und Schuldezernent Dr. Michael Koch sagt: „Wir freuen uns, dass wir als Schulträger damit eine schnelle und unkomplizierte Lösung zur besseren Internetanbindung des gesamten Schulstandorts Heringen gefunden haben.“ Um den Heringer Schülerinnen und Schülern einen reibungslosen digitalen Unterricht zu ermöglichen, habe der Schulträger beschlossen, eine Richtfunkantenne auf dem Dach der Werratalschule zu errichten. Die Lösung per Richtfunk sei eine „deutliche Verbesserung“ der bisherigen Internetgeschwindigkeit von 16 Mbit/s. Via Funksignal könne künftig eine Bandbreitengeschwindigkeit mit bis zu 500 Mbit/s erreicht werden. Koch ergänzt: „Eine kurzfristige Lösung über Glasfaserleitungen ist nicht möglich, da sich die Stadt Heringen nicht am gemeinsamen Projekt der Breitband Nordhessen beteiligt hat.“ Vielmehr sei Heringen dadurch unter die Kategorie des „Nachverdichtungsantrags“ gefallen, die alle unterversorgten Gebiete in Nordhessen beinhalte. „Weder die Werrakom als Telekommunikationspartner der Stadt Heringen als auch andere Provider wie die Telekom konnten nach einer Verfügbarkeitsprüfung eine leistungsstärkere Verbindung anbieten“, so Koch.

Sobald die Komplettsanierung der Grundschule Wölfershausen abgeschlossen ist, kann sie mit an die Richtfunklösung angeschlossen werden. Die Baukosten des Funkmastes belaufen sich laut Schulträger auf etwa 5000 Euro. Für die jährlichen Kosten beider Schulstandorte rechnet der Landkreis mit einem fünfstelligen Betrag. Der Schulleiter der Werratalschule Christoph Peters sagt: „Wir sind dankbar, dass wir jetzt so schnell Hilfe bekommen haben und unsere digitalen Möglichkeiten in der Corona-Pandemie aufgestockt wurden.“ 

Oliver Reitz, Bereichsleiter der Firma goetel, die die Richtfunkverbindung bereitgestellt hat, sagt: „Wir freuen uns, dass wir hier so kurzfristig helfen konnten. Die Übertragungsrate per Richtfunk ist sehr stabil, zuverlässig und erweiterbar.“

Hintergrund

Ursprünglich sollte die Werratalschule längst über die Werrakom an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Im September 2020 hatte die Werrakom dem Schulträger ein Angebot zur Schulanbindung an das Glasfasernetz mit einer Geschwindigkeit mit bis zu 200 Mbit/s unterbreitet. Daraufhin erteilte der Landkreis Hersfeld-Rotenburg den Auftrag an die Werrakom. Gleichzeitig beauftragte der Schulträger die Inhouse-Verkabelung und setzte diese auch um.

Anfang November teilte die Werrakom auf Nachfrage des Schulträgers mit, dass es bei der Angebotserstellung aufgrund manueller Anpassungen zu Verzögerungen käme, die Werrakom bat den Schulträger um Geduld. Nach zwei weiteren Anfragen Anfang und Mitte Dezember 2020, teilte die Werrakom dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg schließlich am 15. Dezember 2020 mit, dass die Werratalschule nicht mit einem Glasfasernetz – wie ursprünglich geplant – angeschlossen werden könne, da erhebliche Änderungen am Netz vorgenommen werden müssten. Diese Aufrüstung wäre sehr aufwendig und kostspielig. Die Werrakom sicherte eine Konzepterarbeitung in Zusammenarbeit mit der Stadt Heringen zu, um langfristig den gesamten Ort mit Glasfaser versorgen zu können. Ein Termin für die Umsetzung wurde nicht genannt.