Berufsschule in Pandemie-Zeiten - Landrat und Kultusminister ‚zu Gast‘ an den Beruflichen Schulen Bebra

An den Beruflichen Schulen Bebra fand vor Kurzem eine digitale Doppelstunde der etwas anderen Art statt: Per Videokonferenz sprachen Landrat und Schuldezernent Dr. Michael Koch und Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz mit Schulleiterin Yvonne Buchenau, Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern sowie mit Vertretern des Staatlichen Schulamts über die aktuelle Situation in Zeiten der Corona-Pandemie.

DoppelstundeBeruflicheSchulenBebra

Kultusminister Lorz erklärte: „Es ist mir ein besonderes Anliegen zu erfahren, wo an unseren Schulen der Schuh drückt und wie Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Schulleitungen die Herausforderungen meistern, vor die uns Corona seit einem Jahr stellt. Ich danke allen Beteiligten nicht nur für die anregende Diskussion, die wir führen durften, sondern auch für das Engagement und das Durchhaltevermögen in den zurückliegenden Monaten.“

Landrat Dr. Michael Koch sagte: „Der Schulalltag hat sich in der Pandemie drastisch verändert.“ Maske tragen im Unterricht, ständiges Lüften des Klassenzimmers sowie Wechsel- oder Distanzunterricht gehöre nun zum Schuldasein. „Corona stellt uns alle vor große Herausforderungen. Ich habe großen Respekt vor der Leistung der Schülerinnen und Schüler, der Eltern und Familien sowie den Lehrkräften bei der Bewältigung der Corona-Pandemie und des Distanzunterrichts“, so Koch. Der Landkreis als Schulträger leiste seinen Beitrag zur Pandemie-Bewältigung mit der digitalen Ausstattung der Schulen in Hersfeld-Rotenburg. „Durch zusätzliche Mittel aus dem Sofortausstattungsprogramm des Landes und die Aufstockung unserer Kreismittel konnten wir insgesamt 1530 Endgeräte beschaffen“, berichtet Koch und bedankt sich zugleich beim Kultusministerium für die zusätzlichen Gelder. Über 1100 iPads und Notebooks wurden bereits ausgeliefert, davon haben die Beruflichen Schulen Bebra 90 Notebooks und zehn iPads erhalten. Koch ergänzt: „Auch in der Breitbandversorgung haben wir große Fortschritte gemacht und können den Schulen jetzt größere Bandbreiten anbieten.“

„Man hat nicht oft die Möglichkeit, mit dem Kultusminister zu sprechen“

Digitale Doppelstund Schülervertreter während der Gesprächsrunde

Schulsprecher der Beruflichen Schulen in Bebra Johannes Ritter (links) und sein Stellvertreter Tim Küster waren sehr engagiert in der Runde und sprachen auch die Schwierigkeiten und Probleme an, die der Distanz- und Präsenzunterricht mit sich bringen. Foto: Berufliche Schulen Bebra

 

„Man hat nicht oft die Möglichkeit mit dem Kultusminister zu sprechen. Aus diesem Grund hat es uns umso mehr gefreut die Schülerschaft vertreten zu dürfen.“ sagten Johannes Ritter und Tim Küster, Schulsprecher und stellvertretender Schulsprecher der Beruflichen Schulen in Bebra unmittelbar nach der digitalen Doppelstunde ihrer Schulleiterin, Ivonne Buchenau. Sie erklärten: „Uns ist wichtig gewesen, nicht nur die positiven Aspekte anzusprechen, sondern auch auf die Schwierigkeiten und Probleme einzugehen, die der Distanz- und Präsenzunterricht in geteilten Klassen mit sich bringt. Wir fühlten uns zu jedem Zeitpunkt ernstgenommen und durch die Beiträge von Frau Buchenau, Frau Schalles und Herrn Fritsch hat man ebenfalls, eine andere Sichtweise auf die großen Herausforderungen, die Schüler*innen und Lehrer*innen jeden Tag meistern müssen, bekommen.“

Bezugnehmend auf die Aussagen der Schülervertreter zeigte nicht nur Prof. Lorz Verständnis für deren Gesamtsituation. Insbesondere in der Rolle als Präventionsbeauftragte der Beruflichen Schulen Bebra ergänzte Sarah Schalles die Erfahrungen der Schüler*innen und Auszubildenden dar und den dringenden Bedarf, dass den Lernenden gerade die Herausforderungen des eigenverantwortlichen Zeitmanagements im heimischen Schreibtisch aufgezeigt, begleitend erarbeitet und trainiert werden müssen, auch im Distanzunterricht Pausen und notwendigen Ruhe-Phasen einzuhalten. Viele Schüler*innen und Auszubildende arbeiten ohne Pausen durch und hängen unmittelbar die Hausaufgaben daran und befinden sich so schnell in einem Lernstress, der auch gesundheitliche Folgen spürbar werden lässt.

Den Tagesablauf der Lehrkräfte, die räumlich geteilte Abschlussklassen im Präsenzunterricht und alle anderen Klassen in Distanzunterrichten haben, zusammengefasst von Markus Fritsch, ständiger Vertreter des Stellvertreters der Beruflichen Schulen in Bebra, haben nicht nur die Schülervertreter aufmerksam verfolgt. Auch Landrat Dr. Koch und Kultusminister Prof. Lorz gingen darauf weiter ein und formulierten die besonderen Herausforderungen an die Lehrkräfte, die ebenfalls auf die in Anschaffung befindliche IT-Technik eingingen. Die Herausforderungen des Landes und der Schulträger wurden dabei den Teilnehmern transparenter gemacht. Alle wünschen sich, dass diese schneller gingen, wenn auch jedem klar ist, dass Beschaffungen auch Prozesse sind.

Prof. Lorz entschied sich gegen ein pünktliches Stundenende und ging immer wieder auf die Schülervertreter und die Vertreter*in der Lehrkräfte ein, um seinen Wissensdurst nach Informationen aus dem Schulalltag der aktuellen Pandemie-Phase zu stillen. Der Wunsch, dass alle Schüler*innen und alle Auszubildenden im Distanzunterricht wenigstens alle vier Wochen einmal in die Präsenz kommen können, einen Präsenz-Rhythmus erfahren, ausgesprochen von Markus Fritsch begleitet jetzt alle Teilnehmer ebenso, wie der Gesamteindruck aller Teilnehmer.    

„Wir denken, es ist uns gut gelungen insbesondere Herrn Lorz einen kleinen Einblick in unseren Schulalltag zu geben. Das Meeting hat im Endeffekt sogar 15 Minuten länger gedauert, was darauf schließen lässt, dass es auch für Herrn Lorz eine wichtige Angelegenheit war.“ Diesen Worten der Schülervertreter schließt sich Ivonne Buchenau zustimmend an. „Eine digitale Doppelstunde mit dem Kultusminister stellte mich vor die Herausforderung, diese in Konzeption und Technik sowie Moderation umzusetzen.“ Mit einer Menge Anspannung gestartet und nun mit großer Zufriedenheit dankt die Schulleiterin ihrem schulfachlichen Aufsichtsbeamten Dirk Beulshausen für die sehr gute Diskussion zur Themenbildung und Konzeption, dem IT-Team der Schule für die Bereitstellung der Technik in der Schule und ganz besonders allen Teilnehmenden für das große Interesse und die sehr engagiert gelebte Gesprächsrunde.