Kurzfristig hatte man die eigentlich als Open-Air geplante Veranstaltung in Absprache mit dem Gesundheitsamt in die Sporthalle verlegt, da die Wetterlage bereits am Vortag zu unsicher war. Ein Ausfall wäre laut der Musikschulleitung eine zu große Enttäuschung für alle mitwirkenden Schülerinnen und Schüler gewesen, mit der Prüfung auf Genesenen- oder Impfbestätigung, bzw. der Vorlage eines Negativtests beim Check-In war der Konzertabend dann jedoch für alle abgesichert.

„Gonna Fly“, die Titelmelodie aus den Rocky-Filmen, vorgetragen vom Trompetenquartett unter der Leitung von Andreas Rusch, bildete einen gelungenen Einstieg in das Konzert. Timo Wichmann nahm die Eröffnung zum Anlass, seinen neuen Kollegen im Leitungsteam, Malte von der Lühe, offiziell als neuen pädagogischen Leiter vorzustellen und zu begrüßen. Dieser bedankte sich für die herzliche Aufnahme ins Leitungsteam der Musikschule, sowie die bereits jetzt sehr gut laufende Zusammenarbeit im Kollegium.

Best of… soll als bereits etablierte Konzertreihe jedes Jahr vor den Sommerferien ein Podium für besonders motivierte und talentierte, aber auch für besonders fleißige Schülerinnen und Schüler der Musikschule bieten, ihre gelernten Stücke auf einer Bühne vortragen zu können. Musikschulleiter Timo Wichmann zeigte in seiner kurzen Begrüßungsrede jedoch die situationsbedingte neue und erweiterte Bedeutung dieses Konzerttitels auf. Best of… waren laut ihm in den vergangen Monaten nicht nur die Schülerinnen und Schüler, sondern auch deren Eltern, die bei der Umsetzung alternativer Unterrichtsformen ihren Kindern zur Seite standen, um digitale Medien zum Laufen zu bringen.


Musikschule Best Of 2021 PresseBeim "Best of"-Konzert zeigten die jungen Nachwuchsmusikerinnen und -musiker ihr Talent auf einer Bühne vor gespanntem Publikum.


Best of… war aber auch das Kollegium, welches sich innerhalb kürzester Zeit auf neue Lehrmethoden und Kommunikationswege umstellen musste und gemeinsam mit der Musikschulverwaltung dafür gesorgt hat, dass die Musikschule zu keinem Zeitpunkt der bisherigen Coronakrise stillgestanden hat. Best of… sind natürlich auch alle Kooperationspartner und Sponsoren, die geholfen haben den Betrieb aufrecht zu erhalten und von denen einige Vertreter ebenfalls im Publikum anwesend waren, u. a. Reinhard Faulstich von der Sparkasse Hersfeld-Rotenburg, Helgo Hahn von der Modelschule Obersberg sowie Renate Bendik vom Förderkreis der Musikschule.

Wie breit die Musikschule in ihrem Unterrichtsspektrum aufgestellt ist, wurde dann in einem knapp zweistündigen, durchweg kurzweiligen Programm auf beeindruckende Art und Weise dargestellt. Neben den bereits aus anderen Formaten bekannten Solisten Tobias Schneider (Klarinette), Leonie Ragotzky (Klavier), Lucy Landefeld (Querflöte), Mine Waskowiak (Gesang) und dem mehrfachen Preisträger des Wettbewerbs Jugend musiziert, Lorenz Rödiger am Saxophon, waren auch viele Nachwuchstalente zu hören. Am Klavier zeigten Mailo Fischer und Amelie Fritsch gemeinsam mit ihrer Lehrkraft Dietlind Quiroz-Sanchez ihre ersten Tastensprünge, Mia Sigwarth und Lukas Wu, beide Schüler von Wolfgang Möller, boten für ihr Alter teilweise komplexe Klavierstücke solistisch souverän dar. Am Schlagzeug begeisterten Lilo Baumgardt und Marlon Stein, am E-Piano begleitet von ihrem Lehrer Jörn Peeck, mit Scar Tissue von den Red Hot Chili Peppers und Speed of Sound von Coldplay. Mika Jacobsen war erstmalig als Solist an der klassischen Gitarre mit zwei Stücken des brasilianischen Komponisten Leo Brouwer zu hören. Als kurzweilige Aufhellung im Programm hatte Carola Winnekendonk das Lied Hans im Glück von Mireille Mathieu im Gepäck, am Klavier begleitet von ihrer Gesangslehrerin Alessia Park. Das Streicherensemble „Geigensterne“ unter der Leitung von Anastasia Boksgorn steuerte zwei besinnliche Klezmerstücke bei.

Weitere Höhepunkte waren geschickt über den Programmverlauf verteilt. Bereits mit ihrem Beitrag im digitalen Adventskalender 2020 hatte das neu gegründete Gesangsquartett ARMONIA unter der Leitung von Alessia Park für sehr viel Aufmerksamkeit gesorgt. Für ihren ersten Liveauftritt hatten Julia Loll-McKeever, Fabia Schäfer, Amelie Wischer und Emilia Wischer drei Stücke vorbereitet, bei denen Musikschulleiter Timo Wichmann das eigens erstellte Begleitarrangement auf Akustik- und E-Gitarre beisteuerte. Bei Rolling in the deep von Adele zeigte Julia Loll-McKeever mit einer a capella vorgetragenen Strophe gleich zu Beginn des Ensemblebeitrags ihre fantastischen gesanglichen Fähigkeiten. Gefolgt vom leicht jazzig angehauchten Fame spannen die vier Nachwuchssängerinnen den Faden weiter bis zum Titelsong This is me aus dem Film The Greatest Showman. Hier warfen sie sich gegenseitig die Bälle in den Soloparts zu, konnten aber auch im vierstimmigen Satzgesang überzeugen, geschickt unterlegt mit dem cleanen Fender E-Gitarrensound von Timo Wichmann.

Hoffnungsvoller Blick in die Zukunft: Weitere Konzerte nach den Sommerferien

Kerstin Diebel leitete mit Never enough, ebenfalls einem Titel aus dem Film The Greatest Showman und wiederum begleitet an der E-Gitarre durch Timo Wichmann das Finale des Konzerts ein. Gefühlvoll zeigte sie sich anfangs gesanglich mit leisen Töne, und überzeugte zum Ende des Titels mit viel Sicherheit in den Höhen und Druck in der Stimme.

Malte von der Lühe und Timo Wichmann verabschiedeten vor dem letzten Programmpunkt das Publikum mit einem hoffnungsvollen Blick in die Zukunft und der Aussicht auf weitere Konzerte nach den Sommerferien, sowie der Ankündigung zur Nachholung des ausgefallenen Instrumentalwettbewerbs der Sparkassenstiftung in Zusammenarbeit mit der Musikschule und dem Förderkreis der Musikschule am 18. September. Wichmann wertete das Konzerterlebnis als eine Art kulturellen Befreiungsschlag für alle Beteiligten, die immer wieder auf die Gelegenheit gewartet und gehofft hatten, neben den digitalen Darstellungsformen endlich wieder vor Publikum gemeinsam musizieren zu können, von der Lühe freute sich über die hohe Qualität der Beiträge bei dem ersten von ihm mit organisierten Konzert der Musikschule Hersfeld-Rotenburg.

Das Finale bestritt dann profimäßig die Jazz-Combo der Musikschule, mit Raphael Feick, Johannes Lübben, Laurenz Lübben und Lorenz Rödiger am Saxophon und der Rhythmusgruppe bestehend aus Caspar Führtaler am Schlagzeug, Jakob Führtaler am E-Bass und Leonie Ragotzky am Klavier. Unter der Leitung von Andreas Winter hatten sie neben ihren drei Programmtiteln Hello Dolly, Mercy, mercy, mercy und Puttin´on the Ritz noch zwei Zugaben im Gepäck, die vom Publikum auch gerne eingefordert wurden.