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Lehrerkonzert der Musikschule Hersfeld-Rotenburg begeistert mit stilistischer Vielfalt
In der gut gefüllten Aula der Konrad-Duden-Schule in Bad Hersfeld erwartete das Publikum am Samstag ein musikalischer Nachmittag, der seinem Motto „Musik kennt keine Grenzen“ in jeder Hinsicht gerecht wurde. Mit ihrem eindrucksvollen Lehrerkonzert hat die Musikschule Hersfeld-Rotenburg einmal mehr ihre außergewöhnliche stilistische Bandbreite unter Beweis gestellt.
Begrüßt wurden die Gäste von Lisa Böhm, pädagogische Leiterin, sowie von Timo Wichmann, Verwaltungs- und künstlerischer Leiter der Schule. Beide führten durch das Programm und standen im Laufe des Konzerts selbst mehrfach auf der Bühne. Schnell wurde deutlich: Hier präsentierte sich nicht nur ein engagiertes Lehrerkollegium, sondern ein künstlerisch hochkarätiges Ensemble.
Von Ragtime bis Barock
Einen beschwingten Auftakt setzten Franziska Deeg und Isabell Scheunert vierhändig am Klavier mit zwei Ragtimes von Mike Schoenmehl. Früh zeigte sich die Leichtigkeit und Spielfreude, die sich wie ein roter Faden durch das gesamte Konzert zog.
Ein barocker Glanzpunkt war das „Konzert op. 3 Nr. 10“ von Antonio Vivaldi. Vier Violinen – Johanna Alpermann, Olaf Wald, Brita Goede und Lisa Böhm – musizierten gemeinsam mit Juan Rubio (Violoncello) und Evgenia Trieschmann (Klavier) virtuos und fein aufeinander abgestimmt.
Romantische Klangwelten eröffneten Franziska Deeg mit ihrem Gesangsmedley aus „Ave Maria“ von Franz Schubert, „Music“ von John Miles sowie „So lang dein Traum dich trägt“ von Jonny Hill und besonders eindrucksvoll interpretierte Alessia Park Auszüge aus „Carnival of Venice“ von Jules Benedict sowie die Belcanto-Arie „Lungi dal caro bene“ von Giuseppe Sarti.
Ein besonders inniger Moment gelang Lisa Böhm mit der „Meditation“ aus der Oper Thaïs von Jules Massenet, sensibel begleitet von Isabell Scheunert am Klavier. Die warme, tragende Klangfarbe der Violine erfüllte die Aula mit spätromantischer Sehnsucht.
Mittelalterliche Klänge und große Filmthemen
Mit Christine Sturm-Kunert, Kajetan Kunert und Leopold Kunert führte das Konzert sogar ins Mittelalter. Die verwendeten historischen Instrumente Drehleier, Schalmei, Davul und Darbukka verliehen Werken wie „Seigneurs, sachiez“ von Theobald von Champagne oder dem Minnelied „Ich zoch mir einen valken“ eine authentische Klangfarbe. Das Publikum lauschte gebannt dieser musikalischen Zeitreise.
Auch Filmmusik und moderne Klassiker fanden ihren Platz: Olaf Wald interpretierte das „Schindlers List Thema“ von John Williams, gefühlvoll begleitet am Klavier von Dietlind Quiroz-Sanchez.
Mit „Apache“ von The Shadows und Musik aus „The Good, the Bad and the Ugly“ von Ennio Morricone brachten Dirk Licht und Timo Wichmann den Sound der 1960er und des Italo-Western gekonnt auf die Bühne. Michael Enns nahm zudem das Publikum mit seinem Gitarrensolo „En las cuevas“ von Paco Peña mit in die Welt des Flamencos.
Leitungsteam überzeugt auch musikalisch
Ein weiterer Höhepunkt des Nachmittags war der gemeinsame Auftritt des Leitungsteams: Lisa Böhm (Violine) und Timo Wichmann (Gitarre) präsentierten die Rockballade „Nothing Else Matters“ von Metallica. Mit fein abgestimmtem Zusammenspiel, sensibler Dynamik und großer Ausdruckskraft zeigten sie auch musikalisch ihr hervorragendes Miteinander. Die bekannte Melodie erhielt durch die Kombination von Violine und Westerngitarre eine neue, raumfüllende Klangfarbe.
Stimmungsvolles Finale
Zum Abschluss erklang „Lascia ch’io pianga“ aus der Oper Rinaldo von Georg Friedrich Händel. Ilirjana Nitsa wurde von einem fein abgestimmten Ensemble begleitet. Langsam und innig vorgetragen bildete die Arie einen würdigen Schlusspunkt eines facettenreichen Konzertnachmittags.
Der langanhaltende Applaus sprach für sich. Timo Wichmann versprach zum Abschied noch viele weitere Konzertveranstaltungen für dieses Jahr, sowohl mit Lehrkräften als auch mit Schülerinnen und Schülern. Das Lehrerkonzert machte eindrucksvoll deutlich: An der Musikschule Hersfeld-Rotenburg wird Musik nicht nur unterrichtet – sie wird gelebt.


