Landwirtschaftliche Hinweise zur Blütenbehandlung im Raps
Die Blütenbehandlung im Raps dient der Bekämpfung des Rapskrebses (Sclerotinia). Die Krankheit führt in manchen Jahren zu erheblichen Ertragsausfällen. Ihr Auftreten hängt von der Witterung ab. Prognosesysteme geben Hinweise auf eine Infektionsgefahr, als Entscheidungs-grundlage für oder gegen eine Behandlung arbeiten sie aber nicht exakt genug. In angelegten Sklerotiendepots haben sich bereits erste Apothecien gebildet; sie schleudern bei feucht-warmer Witterung ihre Ascosporen aus. Die Sporen der Fruchtkörper benötigen für Infektionen in den Blattachseln Temperaturen von 20°C und eine Luftfeuchte von 85%. Gut wirksame Produkte sind z.B.: Propulse (1l/ha), Cantus Ultra (0,8 l/ha), Efilor (1,0 l/ha), Zenby + Patel 300 EC (0,4 + 0,4 l/ha). Je nach Witterung erreichen die Fungizide ca. 14 Tage Wirkungsdauer. Bestände mit geringerer Ertragserwartung können alternativ mit halben Aufwandmengen von Azolen (Tebu - /Prothioconazol) + Strobilurinen o. Carboxamiden (Azoxystrobin/Isofetamid) behandelt werden. Wegen der geringen Kurativleistung gegen Sclerotinia, das Fungizid möglichst nah am Infektionszeitpunkt der Krankheit, optimal zur Vollblüte, einsetzen. Möglichst abends fahren - Pflanzen sind dann elastischer; empfehlenswert sind mind. 300 l Wasser/ha bei 5 km/h Fahrgeschwindigkeit – so werden Blattachseln u. Verzweigungen gut zu benetzt. Schadschwellen der Schotenschädlinge (v.a. Kohlschotenrüssler) ermitteln – die Zumischung eines Insektizides ist i.d.R. nicht notwendig! Spritze sorgfältig reinigen – vor allem nach vorherigem Einsatz von Sulfonylharnstoffen! Zuvor ortsansässige Imker informieren!
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