
Klimaschutz
Mit dem E-Auto nach Süditalien: Klimaschutzmanager des Landkreises zieht positives Urlaubsfazit
Morgens, kurz nach acht Uhr, startet das Elektroauto von Klimaschutzmanager Thomas Giese in der Gemeinde Schenklengsfeld in Richtung Autobahn. Mit an Bord sind Ehefrau Melanie, Hund Emil und eine Menge Vorfreude auf die kommenden drei Wochen Urlaub. Das Ziel liegt rund 1.800 Kilometer entfernt: Das Gebiet Cilento, am Meer gelegen in der Region Kampanien in Süditalien. Für viele Menschen ist eine solche Strecke mit einem Elektroauto noch immer mit einigen Fragezeichen verbunden. Genügt die Reichweite? Gibt es genügend Lademöglichkeiten? Wie viel Zeit geht unterwegs mit Ladestopps verloren?
Für Thomas Giese war die Antwort in diesem Jahr eindeutig: Die Reise verlief nahezu reibungslos, Probleme gab es keine. Bereits zum zweiten Mal hat er seinen Urlaub in Süditalien, den er oft in der Region Cilento südlich von Neapel verbringt, mit seinem privaten Elektroauto angetreten.
„Früher bin ich mal geflogen, mal mit einem Verbrenner gefahren. Inzwischen steht für mich fest: Ich möchte nicht mehr fliegen. Mit dem Elektroauto komme ich komfortabel ans Ziel und kann dabei meinen persönlichen CO₂-Ausstoß deutlich reduzieren“, sagt Giese.
Die Fahrt führte ihn und seine kleine Reisegruppe über Österreich bis nach Süditalien. Insgesamt legte er auf der Hinfahrt rund 1.800 Kilometer zurück. Für die Strecke benötigte er einschließlich der Ladepausen an zwei Tagen etwa 26 Stunden. Insgesamt waren acht Ladestopps, durchschnittlich alle 200 Kilometer einer, erforderlich. Die Ladezeit hat meist zwischen 15 und 30 Minuten beansprucht. Ein Ladevorgang wurde über Nacht beim Zwischenstopp an einer Wallbox des Hotels durchgeführt.
Überzeugt hat Giese die Ladeinfrastruktur entlang der Strecke. „Vor einigen Jahren hätte ich mir eine solche Reise mit dem E-Auto noch deutlich schwieriger vorgestellt. Heute findet man entlang der Hauptverkehrsachsen problemlos Schnellladestationen. Selbst im ländlichen Cilento war das Laden unkompliziert möglich. Einziger Wehrmutstropfen ist noch immer die Vielzahl an verschiedenen Anbietern und ihrer unterschiedlichen Tarife.“
Die Ladepausen – zwei in Deutschland, eine in Österreich und fünf in Italien – nutzte er oft für einen Kaffee, eine Mahlzeit oder eine kurze Erholungspause. Zusätzliche Wartezeiten entstanden dadurch kaum.
„Viele Menschen stellen sich vor, dass man stundenlang neben dem Auto stehen muss. Tatsächlich passen die Ladepausen gut zu den ohnehin notwendigen Ruhezeiten auf einer langen Fahrt“, so Giese. Schließlich wolle man ja auch sicher und möglichst wenig gestresst am Urlaubsort ankommen.
Die Reise ist ein praktisches Beispiel dafür, wie klimafreundliche Mobilität im Alltag funktionieren kann. „Klimaschutz gelingt vor allem dann, wenn nachhaltige Lösungen alltagstauglich sind. Genau diese Erfahrung habe ich auf meiner Reise gemacht“, so der Klimaschutzmanager: „Wer heute mit dem Elektroauto nach Italien fahren möchte, kann das ohne besondere Vorbereitung tun. Die Technik ist längst im Alltag angekommen, wenn man sie richtig nutzt.“
Auch bei den Emissionen zeigt sich der Unterschied deutlich. Im Vergleich zu einer Fahrt mit einem herkömmlichen Verbrenner konnten auf der Strecke rund 100 Kilogramm CO₂ eingespart werden. Die Energiekosten lagen bei etwa 225 Euro und damit etwas unter den Kosten einer vergleichbaren Fahrt mit einem Benzin- oder Dieselfahrzeug, bei aktuellen Spritpreisen und einem Durchschnittsverbrauch von sieben Litern pro 100 Kilometern. Ein weiterer Vorteil: Auf einigen Abschnitten österreichischer Autobahnen gibt es ein Umwelt-Tempolimit. Während Verbrenner-Autos dort höchstens 100 Kilometer pro Stunde fahren dürfen, gilt für reine Elektroautos eine Höchstgeschwindigkeit von 130 Kilometer pro Stunde.
Nach mehr als drei Jahrzehnten Italien-Urlaub zieht der Klimaschutzmanager deshalb ein deutlich positives Fazit: „Die Landschaften, das Meer und die italienische Gastfreundschaft sind dieselben geblieben. Geändert hat sich nur die Art der Anreise. Für mich ist das Elektroauto inzwischen die beste Möglichkeit, entspannt, komfortabel und klimafreundlich nach Süditalien zu reisen. Und das gilt auch für meine weiteren Reiseerfahrungen in europäischen Ländern. Ich persönlich möchte die E-Mobilität nicht mehr missen.“


