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Wenn Gefahrstoffe zur Herausforderung werden: U-Dienst bereitet sich auf den Ernstfall vor


Ob austretende Chemikalien, unbekannte Stoffe oder Gefahren durch Rauchgase: Einsätze mit Gefahrstoffen gehören zwar nicht zum Alltag der Feuerwehren, stellen Einsatzkräfte im Ernstfall jedoch vor besonders komplexe Herausforderungen. Wenn Messwerte bewertet, Stoffe identifiziert und mögliche Gefahren für Bevölkerung und Einsatzkräfte eingeschätzt werden müssen, ist spezielles Fachwissen gefragt. Genau dafür gibt es im Landkreis Hersfeld-Rotenburg den sogenannten Umwelt-Dienst (U-Dienst).

Einblicke in die Arbeit einer bundesweiten Spezialeinheit erhielten kürzlich eine zwölfköpfige Gruppe aus dem Landkreis: Im Rahmen der regelmäßigen Aus- und Fortbildung besuchte sie die Berufsfeuerwehren Essen und Dortmund, zwei von bundesweit acht Standorten der sogenannten Analytischen Task Force (ATF).

„Gefahrstofflagen verlangen ein hohes Maß an Fachwissen und eine enge Zusammenarbeit verschiedener Einheiten. Entscheidungen müssen oft unter Zeitdruck getroffen werden. Daher ist eine gute Vorbereitung entscheidend“, erklärt Sebastian Landsberg, Leiter der Zentralen Leitstelle im Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

Die ATF ist eine bundesweit aufgestellte Spezialeinheit für besondere chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahrenlagen. Sie unterstützt Einsatzkräfte insbesondere dann, wenn Stoffe analysiert, Gefahrstoffe identifiziert oder komplexe Schadenslagen bewertet werden müssen. Die Teams verfügen über spezielle Messtechnik und umfangreiches Expertenwissen für außergewöhnliche Einsatzsituationen.

Eine Gruppe von Feuerwehr- und Katastrophenschutzkräften steht in einer Fahrzeughalle der Feuerwehr und verfolgt aufmerksam die Erläuterungen eines Ausbilders. Dieser präsentiert vor einem rot-weißen Fahrzeug des Zivilschutzes verschiedene Messgeräte und Ausrüstungskoffer. Die Teilnehmenden stehen im Halbkreis um die Vorführung und erhalten Einblicke in spezielle Messtechnik für Gefahrstofflagen. Im Hintergrund sind weitere Einsatzfahrzeuge und die geöffnete Fahrzeughalle zu sehen.

Während des Besuchs in Essen und Dortmund erhielten die Einsatzkräfte Einblicke in Einsatzabläufe, spezielle Messtechnik und die Arbeitsweise der Task Force. Gleichzeitig bot der Austausch mit den Spezialkräften Gelegenheit, Erfahrungen zu teilen und eigene Strukturen weiterzuentwickeln.

Mehrere Angehörige des Umwelt-Dienstes stehen in einem mobilen Analyselabor der Analytischen Task Force und verfolgen eine technische Einweisung. Im Innenraum des Spezialfahrzeugs sind Laborarbeitsplätze, Analysegeräte und Schränke für Mess- und Untersuchungstechnik zu sehen. Die Gruppe erhält Einblicke in die Ausstattung und Arbeitsweise des Labors zur Untersuchung und Identifizierung gefährlicher Stoffe bei besonderen Gefahrstofflagen.

„Solche Einblicke sind für unsere Arbeit enorm wertvoll. Der Austausch mit spezialisierten Einheiten hilft uns dabei, eigene Abläufe weiterzuentwickeln und auf besondere Einsatzlagen vorbereitet zu sein“, so Tobias Schindler, Leiter des U-Dienstes.

Der Besuch in Essen und Dortmund zeigt dabei deutlich: Bevölkerungsschutz beginnt nicht erst im Einsatz selbst, sondern bereits bei Ausbildung, Fortbildung, Austausch und klaren Strukturen. Genau daran arbeitet der U-Dienst des Landkreises Hersfeld-Rotenburg kontinuierlich.

 

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