
Gesundheit
Wenn Hitze zum Gesundheitsrisiko wird: Gesundheitsamt gibt Tipps für heiße Tage
Der Deutsche Wetterdienst warnt aktuell auch im Landkreis Hersfeld-Rotenburg vor starker Wärmebelastung. Das Gesundheitsamt des Landkreises ruft deshalb dazu auf, die heißen Tage nicht zu unterschätzen und rechtzeitig vorzusorgen.
„Hitze kann ernsthafte gesundheitliche Folgen haben“, sagt Habibollah Zawarehi, Leiter des Gesundheitsamtes. Besonders ältere und pflegebedürftige Menschen, Säuglinge und Kleinkinder, Schwangere, Menschen mit Vorerkrankungen sowie Personen, die draußen arbeiten oder sich nicht ausreichend schützen können, seien gefährdet. „Wichtig ist, dass man nicht erst reagiert, wenn der Kreislauf bereits Probleme macht. Hitzeschutz beginnt vorher – mit ausreichend Flüssigkeit, kühlen Räumen, angepasstem Verhalten und Aufmerksamkeit füreinander.“
Ausreichend Trinken und leichte Kost essen
Gerade ältere Menschen spüren Durst oft weniger deutlich. Gleichzeitig verliert der Körper bei hohen Temperaturen Flüssigkeit und Salze. Das Gesundheitsamt empfiehlt deshalb, über den Tag verteilt regelmäßig zu trinken – am besten Wasser, ungesüßte Tees oder stark verdünnte Saftschorlen.
„Eiskalte Getränke sind weniger geeignet, weil sie den Körper zusätzlich belasten können. Wer an Herz- oder Nierenerkrankungen leidet oder entwässernde Medikamente einnimmt, sollte die Trinkmenge ärztlich abklären“, erklärt der Arzt.
Auch beim Essen hilft es, den Körper nicht zusätzlich zu belasten. Leichte Mahlzeiten, wasserreiches Obst und Gemüse, Salate oder kleinere Portionen über den Tag verteilt sind bei Hitze besser geeignet als schwere, fettige Speisen. Gleichzeitig kann eine ausreichende Salzaufnahme wichtig sein, wenn viel geschwitzt wird.
Wohnung kühl halten
Besonders belastend ist Hitze in aufgeheizten Wohnungen. Fenster sollten tagsüber geschlossen und Räume möglichst verschattet werden. Gelüftet wird am besten früh morgens, spät abends oder nachts, wenn die Außentemperatur niedriger ist als in der Wohnung. Kühlung verschaffen feuchte Tücher, lauwarme Duschen, Fußbäder oder das Abkühlen von Unterarmen und Nacken. Ventilatoren können helfen, wenn die Raumtemperatur nicht zu hoch ist; bei sehr heißer Luft ersetzen sie aber keine echte Abkühlung.
Richtiges Verhalten
„Wer kann, sollte anstrengende Tätigkeiten in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegen“, sagt Zawarehi. Die direkte Sonne, besonders zwischen elf und 17 Uhr, sollte möglichst gemieden werden. Wer draußen unterwegs ist, sollte auf helle, luftige Kleidung, Kopfbedeckung, Sonnenbrille und Sonnenschutz achten. Das gilt auch für kurze Wege, denn die Belastung kann bei hohen Temperaturen sehr schnell zunehmen.
„Achten Sie auf Ihre Mitmenschen und handeln Sie im Notfall“
Das Gesundheitsamt bittet außerdem darum, auf Mitmenschen zu achten. Angehörige, Nachbarn oder Pflegepersonen sollten bei älteren oder alleinlebenden Menschen regelmäßig nachfragen, ob genug getrunken wurde, die Wohnung kühl gehalten werden kann und es gesundheitliche Beschwerden gibt. Auch Säuglinge, Kleinkinder und Haustiere dürfen bei Hitze niemals im Auto zurückgelassen werden – auch nicht für wenige Minuten.
Warnzeichen einer Hitzeerschöpfung können Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, starke Erschöpfung, Muskelkrämpfe, ein schneller Puls oder kalte, feuchte Haut sein. Betroffene sollten sofort aus der Hitze gebracht, gekühlt und mit Flüssigkeit versorgt werden. Wenn sich der Zustand nicht rasch bessert oder Bewusstseinsstörungen, Verwirrtheit, heiße trockene Haut oder eine stark erhöhte Körpertemperatur hinzukommen, kann ein Hitzschlag vorliegen. Dann zählt jede Minute: In diesem Fall sollte sofort der Notruf 112 gewählt werden.
„Unser Appell ist einfach: Nehmen Sie die Hitze ernst, passen Sie Ihren Alltag an und schauen Sie aufeinander“, sagt Zawarehi. „Viele gesundheitliche Probleme lassen sich vermeiden, wenn man frühzeitig vorsorgt.“
Weitere Informationen
Ein Hitzeschlag muss sehr ernst genommen werden. Besonders kleine Kinder und Senioren sind gefährdet. Dabei müssen folgende Symptome beachtet werden:
Hauptsymptome eines Hitzschlags
- Sehr hohe Körpertemperatur: Das Fieber steigt rasch auf über 40 °C an.
- Heiße, rote und trockene Haut: Die körpereigene Schweißproduktion setzt oft komplett aus.
- Neurologische Störungen: Es kommt zu Verwirrtheit, Halluzinationen, Orientierungslosigkeit oder aggressivem Verhalten.
- Herz-Kreislauf-Probleme: Ein stark beschleunigter Puls (Tachykardie) und abfallender Blutdruck treten auf.
- Krampfanfälle und Bewusstlosigkeit: Betroffene können krampfen, wirken extrem schläfrig oder fallen ins Koma.
- Magen-Darm-Beschwerden: Heftige Übelkeit und Erbrechen sind häufige Begleiter
Sofortige Erste-Hilfe-Maßnahmen beim Verdacht auf einen Hitzeschlag
- Notruf wählen: Sofort die 112 anrufen.
- In den Schatten bringen: Den Betroffenen sofort an einen kühlen, schattigen Ort bringen.
- Körper kühlen: Die Person mit feuchten Tüchern (Nacken, Beine, Arme) kühlen. Kein Eiswasser direkt auf die Haut geben.
- Lagerung: Bei Bewusstsein den Oberkörper leicht erhöht lagern. Bei Bewusstlosigkeit sofort in die stabile Seitenlage bringen und die Atmung überwachen.
- Flüssigkeit: Nur zu trinken geben (Wasser, lauwarmer Tee), wenn die Person vollkommen wach und bei klarem Bewusstsein ist


