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Besondere Bänke im Werra-Kali-Revier eingeweiht
Entlang des Werratal-Radwegs sorgen vier Laderschaufel-Bänke im Landkreis Hersfeld-Rotenburg und dem Wartburgkreis für ein touristisches Highlight und symbolisieren gleichzeitig die enge Verbundenheit mit dem Kali-Bergbau in der Region. Die tonnenschweren Schaufeln waren viele Jahre unter Tage im harten Einsatz und stehen nun als wirkmächtige Artefakte des Bergbaus in der Landschaft an der Werra. Am Mittwochnachmittag wurde symbolisch in Dankmarshausen (Stadt Werra-Suhl-Tal) die erste Bank eingeweiht. Die Bänke sind Teil eines von vier Projekten im Rahmen des Förderprogramms „Zukunft Kaliregion 2.0“ und symbolisieren den Abschluss des Teil-Projekts: „Leben oben. Leben unten. Digitales Erleben im Kalirevier an der Werra.“
Für den Landrat des Landkreises Hersfeld-Rotenburg, Torsten Warnecke, ist die Einweihung ein besonderer Moment: „Der Kalibergbau ist für die Region ein elementarer Bestandteil unserer Identität. Mit der Einweihung der speziellen Bänke sowie dem Hintergrund, dass die Schaufeln unter Tage den Rohsalzabbau im Werk Werra vorangetrieben haben und nun an Standorten in Hessen und Thüringen stehen, wurde anstelle einer zuerst vorgesehenen theoretischen Machbarkeitsstudie ein greifbares Ergebnis – auch, das ist typisch für unsere Region.“
Das Projekt wurde in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe konzipiert, bestehend aus Vertretern der Landkreise Hersfeld-Rotenburg sowie dem Wartburgkreis und dem Regionalmanagement Nordhessen. Begleitet wurde es in dieser Phase von der Geschichtsmanufaktur Kutzner aus Rasdorf.
Durch die Einweihung der besonderen Bänke im Werra-Kali-Revier werden nun geschichtsträchtige Orte geschaffen, die dabei passend zu den Standorten eine konkrete Geschichte erzählen. In Dankmarshausen wird die Geschichte des ehemaligen Grenzbahnhofs und des Transportwegs zwischen Ost und West beleuchtet, über den zwischen 1946 und 1989 schwere Güterzüge die Erzeugnisse der Kaliwerke beförderten, in Tiefenort spielt die Verbindung zum Sport eine zentrale Rolle, wobei die Geschichte des seit 1913 aktiven Fußballvereins und des Stadions „Kaffeetälchen“ als ehemalige Betriebsmannschaft des Kaliwerks dokumentiert wird.
In Philippsthal steht das Berufsbild des Bergmanns im Mittelpunkt, das den Wandel von den traditionellen Rollen des Hauers und Steigers hin zu einer modernen Belegschaft, zu der heute selbstverständlich auch weibliche Angestellte gehören, aufzeigt. Die vierte Bank in Heringen wird zeitnah aufgestellt und thematisiert die technische Entwicklung unter Tage. Der Weg von mühsamer Handarbeit mit Eisen und Schlägel bis hin zum Einsatz moderner Schaufellader wird nachgezeichnet. Mit den vier markanten Raststationen wird die industrielle Geschichte und die digitale Zukunft der Region miteinander verbunden.
Der Landrat des Wartburgkreises, Dr. Michael Brodführer, betont die Bedeutung des Projekts: „Die Laderschaufel-Bänke machen sichtbar, was unsere Kaliregion seit Generationen prägt: eine starke gemeinsame Geschichte, grenzüberschreitenden Zusammenhalt und den Mut, Tradition und Zukunft miteinander zu verbinden. Mit diesem Projekt schaffen wir nicht nur besondere Orte der Erinnerung, sondern auch neue touristische Anknüpfungspunkte, die die Identität unserer Region erlebbar machen.“
„Mit den Laderschaufel-Bänken stärken wir den Zusammenhalt zwischen den Werra-Kaligemeinden und geben der Geschichte unseres für die Region wichtigen Werks einen modernen, erlebbaren Rahmen für zukünftige Generationen“, so der Leiter des Werks Werra von K+S, Gerd Kübler.
Dr. Maximilian Kutzner von der gleichnamigen Geschichtsmanufaktur aus Rasdorf bilanziert zum Projekt: „Für mich als Historiker ist es wichtig, dass Geschichte und Geschichten nicht nur in Büchern und Texten erzählt werden. Vergangenheit sollte auch zum Anfassen sein. Das war unser Leitgedanke im Projekt ‚Leben oben. Leben unten.‘“
Zur feierlichen Einweihung gab es neben den Grußworten auch einen Rückblick auf das Projekt „Leben oben. Leben unten. Digitales Erleben im Kalirevier an der Werra.“
Zum Hintergrund
Im Rahmen des Förderprojekts „Zukunft Kaliregion 2.0“ arbeiten die Landkreis Hersfeld-Rotenburg und der Wartburgkreis eng und länderübergreifend zusammen. Dadurch soll der Strukturwandel aktiv gestaltet werden und die Region als attraktiver Lebens- und Wirtschaftsraum nachhaltig gestärkt werden. Durch innovative Impulse sollen die regionale Identität ausgebaut und neue touristische und digitale Angebote geschaffen werden.


