
Frauen & Gleichstellung
Begegnungscafé und Storytelling: „Frauen der Welt“
Wie unterschiedlich Lebenswege sein können und wie viel Frauen dennoch verbindet, zeigte sich beim Begegnungscafé „Frauen der Welt“ im Bad Hersfelder Konzepthaus von Hasibe Özaslan. Das Frauen- und Gleichstellungsbüro des Landkreises Hersfeld-Rotenburg hatte dazu Frauen aus unterschiedlichen Kulturen zu einem offenen Austausch während der aktuell laufenden Interkulturellen Woche eingeladen.
Begrüßt wurden die Teilnehmerinnen von Frauen- und Gleichstellungsbeauftragter Corinna Zehender und Hausherrin Hasibe Özaslan, die das Konzepthaus und dessen Entwicklung zu einem festen Begegnungsort im Landkreis vorstellte.
Im Mittelpunkt stand der persönliche Austausch. Duresmeen Sroya, Projektkoordinatorin im WIR-Vielfaltszentrum des Landkreises, regte mit verschiedenen Fragen das Gespräch an. Dabei ging es unter anderem um Frausein, Geschlechtergerechtigkeit, Respekt, Arbeit und kulturelle Missverständnisse. Die Teilnehmerinnen berichteten offen von ihren persönlichen Erfahrungen und unterschiedlichen Lebensrealitäten. Dabei wurde deutlich, dass es über kulturelle Grenzen hinweg viele Gemeinsamkeiten gibt. So verbindet die Frauen unter anderem der Wunsch nach Unabhängigkeit, Bildung und einem selbstbestimmten Leben.
Gleichzeitig zeigte sich: Integration ist kein Selbstläufer. Die Teilnehmerinnen benannten konkrete Herausforderungen und mögliche Ansatzpunkte. Dazu gehören unter anderem ausreichende Angebote für Sprachkurse. Mehrmonatige Wartezeiten seien keine Seltenheit, obwohl Sprache eine wichtige Grundlage für gesellschaftliche Teilhabe und Integration sei.
Auch an die aufnehmende Gesellschaft richteten die Frauen einen Wunsch: mehr Verständnis und Geduld. Niemand verlasse die eigene Heimat leichten Herzens und der Umgang mit neuen Lebensumständen brauche Zeit.
Eine zentrale Botschaft des Begegnungscafés lautete schließlich: Integration bedeutet nicht, die eigenen Wurzeln aufzugeben. Vielmehr könne es eine Bereicherung sein, sich aus verschiedenen kulturellen Erfahrungen das Beste mitzunehmen und daraus den eigenen Weg zu gestalten. Bereichert um manch neue, frische und berührende Perspektive ließen die Anwesenden diesen außergewöhnlichen Nachmittag ausklingen.


