
Gesundheit
Hilfe in seelischen Krisen: Sozialpsychiatrischer Dienst unterstützt Betroffene
Depressionen, Angst- oder Schlafstörungen oder Hoffnungslosigkeit: Seelische Krisen und psychische Erkrankungen können jeden Menschen treffen. Der Tag der seelischen Gesundheit (auch: World Mental Health Day) sensibilisiert weltweit seit mehr als 30 Jahren am 10. Oktober für psychische Belastungen. Er soll außerdem Betroffene dazu ermutigen, sich unterstützen zu lassen.
Sozialpsychiatrischer Dienst im Landratsamt als Anlaufstelle
Der Sozialpsychiatrische Dienst des Landkreises Hersfeld-Rotenburg (SPDI) ist eine zentrale Anlaufstelle für Betroffene ab 18 Jahren. Er ist im Gesundheitsamt angesiedelt. Die Mitarbeitenden der Kreisverwaltung bieten eine kostenfreie und vertrauliche Beratung und Unterstützung für Menschen, die mit seelischen Problemen oder psychischen Krisen kämpfen. Das Team des Sozialpsychiatrischen Dienstes besteht aus zwei Sozialarbeitern, einer Sozialarbeiterin und zwei Verwaltungskräften. Das Angebot ist eine gesetzlich verankerte, kommunale Aufgabe. Grundlage ist das Hessische Gesetz über den öffentlichen Gesundheitsdienst (HGöGD).
„Wir hören Betroffenen zu, beraten und informieren sie und helfen dabei, die aktuelle Situation einzuordnen. So können wir passende Hilfsangebote vermitteln, um einen Weg aus der Krise aufzuzeigen“, so Maria Heise, Psychiatriekoordinatorin im Sozialpsychiatrischen Dienst.
Beratungsgespräche sind komplett kostenfrei und können telefonisch, persönlich im Gesundheitsamt oder nach telefonischer Rücksprache auch als Hausbesuch stattfinden. „Alle Gespräche sind vertraulich und unterliegen der Schweigepflicht. Wichtig zu wissen ist aber auch, dass wir keine ärztliche Behandlung durchführen können“, so Heise.
Psychische Erkrankungen
Seelische Krisen können aus verschiedenen Gründen entstehen. Etwa nach dem Verlust eines geliebten Menschen, bei schwerer Erkrankung, finanziellen Sorgen, Konflikten oder anhaltendem Stress. Sie können sich unter anderem durch Ängste, Schlafstörungen, Hoffnungslosigkeit, innere Unruhe oder sozialen Rückzug zeigen.
„Eine Krise ist nicht automatisch eine psychische Erkrankung. Sie kann eine Reaktion auf besonders belastende Lebensereignisse sein und sich bei jedem Menschen ganz unterschiedlich äußern“, erklärt Maria Heise.
Unterstützung können dabei nicht nur Betroffene selbst, sondern auch Angehörige, Freunde, Nachbarn, Bekannte oder Kolleginnen und Kollegen in Anspruch nehmen, die sich Sorgen um einen Menschen in ihrem Umfeld machen. Wichtig ist, frühzeitig Hilfe zu suchen – bevor sich eine Krise weiter zuspitzt.


