Invasive Arten – neue Herausforderungen für die Landwirtschaft
Immer häufiger sind sie am Straßenrand zu sehen: invasive Arten sind im Landkreis auf dem Vormarsch. Zwei Arten möchten wir hier beleuchten. Die Staudenlupine (Lupinus polyphyllus) ist konkurrenzstark und breitet sich schnell aus. Alle Pflanzenteile enthalten giftige Alkaloide, wobei der Gehalt im Frischfutter geringer, im Silo und Heu stärker konzentriert ist. Bei Rindern wurde Lethargie, Koordinationsstörungen und Schaumbildung im Maulbereich festgestellt, bei Milchkühen eine Reduzierung der Milchleistung. Der täglich tolerierbare Wert wird mit 50 mg/kg Körpermasse angegeben. Das entspricht, je nach Zeitpunkt und Standort, eine TM Aufnahme von 7,2 kg Frischpflanzen, 4,3 kg Silo und 1,4 kg Heu. Schafe und Ziegen scheinen den Giften der Lupine gegenüber toleranter zu sein (Quelle: Landwirtschaftliches Wochenblatt 14/2026). Im Gegensatz dazu ist das Orientalische Zackenschötchen (Bunias orientalis) nicht giftig, kann aber in kurzer Zeit große Bestände bilden, welche die Zusammensetzung und Qualität des Grünlandaufwuchses verschlechtern. Futterwert und Artenvielfalt extensiver Flächen können abnehmen, durch den fleischigen Habitus trocknet die Pflanze schlecht ab. Auf Ackerflächen kann zusätzlicher Bekämpfungsaufwand entstehen, da das Zackenschötchen als Kreuzblütler mit Ackerfrüchten (Raps) eng verwandt ist. Frühzeitiges Management ist entscheidend. Einzelpflanzen sollten möglichst vor der Samenbildung entfernt werden. Wiederholte frühzeitige Mahd kann die Samenbildung verhindern und den Bestand langfristig schwächen. Die gründliche Reinigung von Maschinen nach Arbeiten auf befallenen Flächen kann helfen, die Samenverbreitung zu vermeiden.


