Trockenheit setzt der Landwirtschaft weiter zu


Der Wetterrückblick 25/26 zeichnet ein angespanntes Bild für die Landwirtschaft: Die Sickerwasserperiode von November bis Dezember 25 fiel zu trocken aus. Statt der üblichen rund 122 mm fielen nur 47,7 mm  (Defizit: von ca. 75 mm). Dies fehlt der Grundwasserneubildung. Auch die leicht überdurchschnittlichen Monate Januar und Februar konnten diese Lücke nicht schließen. Folge: vielerorts niedrigere Grundwasserpegel und Niedrigwasser in Bächen und Flüssen. Besonders kritisch für die Vegetationsperiode war der Juli, normalerweise mit rund 84 mm der regenreichste Monat des Jahres. 2026 kamen nur 18,7 mm zusammen, verteilt auf gerade einmal fünf statt der üblichen 14 Regentage. Für Kulturen wie Silomais, die im Hochsommer viel Wasser für Kolbenbildung und Kornfüllung benötigen, ist das ein empfindlicher Engpass. Gemessen am Jahresmittel von 720 mm fehlen aktuell noch rund 400 mm, die im September-Dezember rechnerisch fallen müssten. Außerdem sorgten Sonne, Wärme und Wind für hohe Verdunstung, sodass Niederschläge kaum in tiefere Bodenschichten vordringen konnten. Folge: Die Wasserreserven im Unterboden sind knapp.

Verschärft wurde die Trockenheit durch Hitzephasen: Der Juni lag 2,3 °C, der Juli 1 °C über dem Mittel. Insgesamt 27 Hitzetage (> 30 °C) bis Ende August – deutlich mehr als in den meisten Vorjahren. Die große Hitzeperiode Ende Juni mit Temperaturen über 40 °C und großer Sonneneinstrahlung haben für Qualitätseinbußen gesorgt. Die oberen Körner sind regelrecht verbrannt, sodass hier keine Stärke und auch kein Protein mehr eingelagert werden konnte und diese Körner verkümmerten. Oft konnte man das an der hohen Menge an unausgedroschenen, im Spelz befindlichem Kleinkorn im Erntegut erkennen.

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Philipp Pfister

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