Gräben – wertvolle Lebensräume durch naturschonende Pflege schützen


Gräben sind wichtige Lebensräume für Fische, Frösche, Insekten, Muscheln und Pflanzen. Sie bieten Nahrung, dienen als Rückzugs- und Fortpflanzungsräume und sind unverzichtbar für die Artenvielfalt. Ohne Pflege verlanden sie durch Boden- und Nährstoffeinträge, Pflanzenwuchs und Sedimente. Das beeinträchtigt die Wasserführung und führt zum Verlust wertvoller Lebensräume.

Eine naturschonende Grabenunterhaltung trägt dazu bei, den Wasserfluss zu sichern, Erosionen zu verhindern und gleichzeitig die typische Flora und Fauna zu erhalten. Dabei sind folgende Grundsätze zu beachten: Nur notwendige Eingriffe, die mit der Naturschutzbehörde abgestimmt sind, werden in der Regel im Zeitraum von September bis Oktober umgesetzt.

Um die Natur zu schonen, werden maximal 20 % der Grabenlänge pro Jahr bearbeitet. Zudem wird abschnitts- oder wechselseitig gemäht und geräumt, sodass Lebensräume der Grabenbewohner erhalten bleiben. Schonende Geräte wie Handsense, Mähkorb oder Grabenlöffel kommen zum Einsatz. Rotationsmähwerke und Absauggeräte werden vermieden. Bäume, Gehölze und wertvolle Pflanzenbestände bleiben als Rückzugs- oder Fortpflanzungsraum bewahrt. Mahd- bzw. Räumgut wird abseits des Grabens gelagert, damit Tiere zurück in den Graben wandern können. Nach kurzer Lagerung kann das angefallene Material abtransportiert und beispielsweise in einer Kompost- oder Biogasanlage verwertet werden.

Neben der schonenden Grabenpflege sind auch Gewässerrandstreifen wichtig. Diese tragen zur Reduktion der Nährstoffeinträge in den Graben bei und fördern die Artenvielfalt.


LPV Hersfeld-Rotenburg e. V.

Carolin Lüdtke

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