Pflanzenanalysen 2026 AGLW
In 105 Pflanzenanalysen aus Gerste, Weizen, Raps und Mais zeigt: Bei der Nährstoffversorgung gibt es deutlichen Handlungsbedarf, besonders beim Kalium. Über alle Kulturen hinweg liegen 40 bis 70 Prozent der Proben im Mangelbereich (Gehaltsklasse A und B), bei 20 bis 30 Prozent handelt es sich sogar um einen akuten Mangel. Besonders der Raps, sonst grundsätzlich gut versorgt, zeigt bei 47 Prozent der Proben einen latenten Kaliummangel.
Ein akuter Mangel äußert sich in sichtbaren Symptomen an der Pflanze. Beim latenten Mangel fehlen diese Anzeichen, dennoch kostet er Ertrag, ohne dass man ihn am Bestand erkennt. Deshalb ist die Pflanzenanalyse ein wertvolles Werkzeug: Sie macht den versteckten „Hunger“ sichtbar.
Im Weizen waren 27 Prozent der Proben mit Mangan unterversorgt A und B), bei Bor sogar 50 Prozent. Der Borversorgung sollte daher besondere Aufmerksamkeit gelten. Eine Dosierung von über 100 g B/ha sollte wegen Phytotox-Schäden unterbleiben
Im Getreide ist Schwefelmangel mit 43 bis 52 Prozent weit verbreitet. Auch Zink ist mit mehr als 20 Prozent auffällig. Anders im Mais: Schwefel stellt hier kein Problem dar, dafür fehlt häufig Magnesium.
Die Phosphorversorgung ist in Getreide und Mais bei über 20 Prozent der Proben problematisch. Sie hängt stark von Boden und Witterung ab, da Phosphor bei Kälte und Trockenheit schlechter verfügbar ist.
Bei der Interpretation der Ergebnisse spielt der Probenahmezeitpunkt eine wichtige Rolle. Entscheidend ist das Entwicklungsstadium (BBCH), denn die Gehaltsklassen werden dem jeweiligen BBCH-Stadium angepasst. Ein Wert ist also nur im Zusammenhang mit dem Zeitpunkt der Probenahme aussagekräftig.
