SCHULEN UND GEBÄUDE

Neue Turnhalle für die Friedrich-Fröbel-Schule: Landkreis wirbt erneut in Berlin für Förderung


Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg wirbt erneut um eine Bundesförderung für den Ersatzneubau der Turnhalle an der Friedrich-Fröbel-Schule in Bad Hersfeld. Bei einem Vor-Ort-Termin informierten sich Landrat und Schuldezernent Torsten Warnecke, der heimische Bundestagsabgeordnete Wilhelm Gebhard sowie Vertreter der Kreisverwaltung über das Vorhaben. Der Landkreis hat für das Projekt eine Förderung in Höhe von 675.000 Euro aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ beantragt. Die Gesamtkosten liegen bei 1,5 Millionen Euro. Bei der Besichtigung wurde deutlich, dass die Halle in baulicher und funktionaler Hinsicht nicht mehr den Anforderungen an eine zeitgemäße Sportstätte entspricht.

„Die Turnhalle der Friedrich-Fröbel-Schule ist an einem Punkt angekommen, an dem wir nicht mehr über einzelne Reparaturen sprechen, sondern über eine grundlegende Zukunftslösung“, sagte Landrat Torsten Warnecke. Die bestehende Halle stammt aus dem Jahr 1956 und ist so stark sanierungsbedürftig, dass ein Neubau nach Einschätzung des Kreises die wirtschaftlichere Lösung ist. Eine Komplettsanierung würde demnach rund 1,6 Millionen Euro kosten und etwa drei Jahre dauern. Der Ersatzneubau könnte dagegen in rund einem Jahr umgesetzt werden. 

„Der Neubau ist die wirtschaftlichere und sinnvollere Lösung. Deshalb begrüßen wir ausdrücklich, dass der Bund solche Projekte unterstützt. Landkreise, Städte und Gemeinden übernehmen immer mehr Aufgaben und Verantwortung vor Ort – gerade deshalb ist es wichtig, dass notwendige Investitionen nicht allein auf kommunaler Ebene geschultert werden müssen“, so Warnecke.

Für den Landkreis ist es bereits der vierte Anlauf auf Bundesförderung für die Turnhalle. Schon in den Jahren 2020, 2022 und 2023 hatte der Kreis Förderanträge für das Bundesprogramm gestellt. „Der aktuelle Antrag unterstreicht noch einmal, wie groß der Handlungsbedarf am Standort ist. Die Turnhalle der Friedrich-Fröbel-Schule ist für uns eine echte Herzensangelegenheit – deshalb verfolgen wir das Projekt mit großem Engagement weiter“, sagt Anja Csenar, Leiterin des Fachdienstes Schulen und Gebäude.

Von der neuen Halle werden nicht nur die Schule, sondern auch viele Menschen in Bad Hersfeld profitieren. Die Friedrich-Fröbel-Schule, eine Förderschule mit rund 100 Schülerinnen und Schülern, nimmt am Pakt für den Ganztag teil, liegt zentral im Stadtgebiet am Rand der historischen Altstadt mit der Stiftsruine und ist bereits jetzt ein stark frequentierter, regional bekannter Schulstandort. Die Turnhalle wird nicht nur für den Schulsport genutzt, sondern ist außerhalb der Schulzeit nahezu vollständig durch Vereine und Gruppen ausgelastet. Schon heute nutzen beispielsweise der Hersfelder Verein für Sport und Gesundheit, der Budokan-Club für Karatesport, die Parkinson-Selbsthilfegruppe für Gymnastiksport, der TSV Sorga, der JFV Bad Hersfeld, der TSV Kalkobes und die Landfrauen Bad Hersfeld die Halle. Auch bei Großveranstaltungen wie dem Lollslauf oder dem Lullusfest dient sie als Notunterkunft für Rettungsdienste.

„Hier geht es nicht nur um eine Schule, sondern um eine Sportstätte mit Bedeutung für viele Menschen in der Region“, sagte Wilhelm Gebhard. „Wo Schule, Vereine und Öffentlichkeit gleichermaßen profitieren, ist eine Förderung des Bundes gut angelegtes Geld. Der Ersatzneubau würde den Standort weiter aufwerten und die Nutzung für Schule, Vereine und Öffentlichkeit auch langfristig sichern. Den Bedarf an der Friedrich-Fröbel-Schule nehme ich aus dem Termin mit nach Berlin.“

Geplant ist ein barrierefreier Neubau in Holzrahmenbauweise mit Wärmepumpe, Photovoltaikanlage und behindertengerechten Sanitäranlagen. Damit soll die Halle energetisch, funktional und in ihrer Nutzbarkeit deutlich verbessert werden. MdB Wilhelm Gebhard zeigte sich dankbar für die Einladung zu dem Ortstermin. Daran nahm er gerne teil. „Vor Ort kann man sich viele besser von der Notwendigkeit einer Maßnahme überzeugen“, so Gebhard. Er hofft, dass der Landkreis schon bald eine Förderung für das wichtige Vorhaben erhält. Aufgrund der mehrfachen Überzeichnung des aktuell laufenden Bundesprogramms musste er die Hoffnungen für dieses Jahr jedoch etwas dämpfen.

Zum Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“

Mit dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ unterstützt der Bund investive Projekte zur Sanierung und Modernisierung kommunaler Sportstätten. Förderfähig sind Sportstätten mit besonderer regionaler oder überregionaler Bedeutung, die der Öffentlichkeit zugänglich sind. Für den ersten Projektaufruf 2025 stellte der Bund 333 Millionen Euro bereit. Für 2026 wurden die Mittel für Sportstätten um weitere 333 Millionen Euro erhöht sowie zusätzliche 250 Millionen Euro speziell für Schwimmbäder. Die Mittel sind im Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität veranschlagt. Die Auswahl der geförderten Projekte im Rahmen der ersten 333 Millionen Euro trifft der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages vermutlich noch im April. Über die zweite Tranche in Höhe von 333 Millionen Euro entscheidet der Haushaltsausschuss voraussichtlich im Herbst 2026.

 

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