
Gefahrenabwehr
Landkreis startet Projekt in Zusammenarbeit mit Hebammen
Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg startet im Mai ein innovatives Hebammenprojekt, das die Versorgung rund um Geburten außerhalb von Kliniken verbessern soll. Das Konzept orientiert sich an einem Modell, das im Main-Kinzig-Kreis erstmals erfolgreich erprobt wurde und dort auf positive Resonanz gestoßen ist. Ziel des Projekts ist es, die notärztliche und rettungsdienstliche Versorgung bei plötzlich einsetzenden Geburten um eine geburtshilfliche Fachkompetenz zu ergänzen. Die Alarmierung der Hebammen erfolgt über die Leitstelle beim Einsatzstichwort „spontan einsetzende Geburt“. Es besteht dann die Möglichkeit, dass das bereits vor Ort befindliche Rettungsdienstpersonal bei Bedarf eine Hebamme zur Unterstützung nachfordert. Die teilnehmenden Hebammen fahren eigenständig zum Einsatzort und arbeiten dort eng mit dem Rettungsdienst zusammen.
„Dadurch entsteht ein zusätzlicher Sicherheitsgewinn für Mutter und Neugeborenes. Insbesondere in Situationen, in denen eine Geburt unerwartet außerhalb einer Klinik beginnt, kann die Expertise von Hebammen entscheidend sein“, so Dr. Bardo Kürten, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes.
Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist auch die Ausstattung der Einsatzfahrzeuge. Diese werden zusätzlich um spezielles Equipment ergänzt, das für Geburten vor Ort notwendig ist. Dazu gehört unter anderem ein Herzton-Ultraschallgerät, mit dem die Vitalfunktionen des ungeborenen Kindes überwacht werden können. So kann auch außerhalb einer Klinik eine möglichst sichere Betreuung gewährleistet werden. „Auch organisatorisch wurde das Projekt sorgfältig vorbereitet. Während ihrer Einsätze im Rahmen des Rettungsdienstes sind die Hebammen über den Landkreis haftpflichtversichert. Dies schafft zusätzliche Sicherheit für die freiwillig beteiligten Hebammen“, erklärt Thorsten Bloß, Leiter des Fachdienstes Gefahrenabwehr der Kreisverwaltung.
Die Resonanz unter den Hebammen im Landkreis ist bereits jetzt erfreulich hoch. „Aktuell haben sich 20 Hebammen freiwillig zur Mitarbeit in dem Projekt gemeldet. Das zeigt das große Engagement und die Bereitschaft, neue Wege in der Versorgung von ungeplanten Geburten außerhalb einer Klinik mitzugehen“, sagt Esther Frost, Sprecherin der Hebammen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg.


