Schule

Zwischen Mittagessen, Basteln und Spielen: An der Brüder-Grimm-Grundschule nehmen 115 Schüler die Ganztagsbetreuung wahr


Ein Stimmengewirr erfüllt den Betreuungsraum im ersten Stock der Brüder-Grimm-Grundschule in Bebra. Es wird gelacht, geredet und schnell hin und her gelaufen. Gerade sind die Erstklässlerinnen und Erstklässler aus dem Unterricht gekommen. Für sie beginnt nun der nächste Teil des Tages: Das gemeinsame Mittagessen mit den Mitschülerinnen und Mitschülern. Bevor es losgeht, erhält jedes Kind nach dem Händewaschen eine Wäscheklammer mit dem eigenen Namen, die gut sichtbar am Oberteil befestigt wird. Dann stellen sich die Kinder paarweise auf. In Zweierreihen geht es die Treppe hinunter ins Erdgeschoss, wo in der Cafeteria bereits die beiden Essensausgabekräfte warten, um das Essen an die Kinder zu verteilen. Zwischen den aufgeregten Kindern und dem geschäftigen Treiben verschaffen sich auch Landrat Torsten Warnecke, Christine Trinks und Bianca Becker von der Schulservice gGmbH sowie Schulleiterin Jasmin Kortüm und Sabina Malberg, Ganztagskoordinatorin der Schule, einen Eindruck vom Alltag der Ganztagsbetreuung.

„Ein verlässliches Ganztagsangebot ist heute ein wichtiger Bestandteil einer modernen Grundschule. Es unterstützt Familien bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie und bietet den Kindern zugleich einen strukturierten Rahmen über den Unterricht hinaus. Wenn man sieht, mit wie viel Freude und Selbstverständlichkeit die Kinder hier ihren Mittag verbringen, bekommt man einen guten Eindruck davon, wie wichtig ein solches Betreuungsangebot auch für die Kinder selber ist“, betont Landrat Torsten Warnecke.

Schulservice gGmbH unterstützt bei Verwaltung und Umsetzung des Ganztagsangebots

Die Brüder-Grimm-Grundschule in Bebra gehört mit rund 430 Schülerinnen und Schülern zu den größten Grundschulen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Ihr Einzugsgebiet umfasst neben der Bebraer Kernstadt auch die Ortsteile Gilfershausen, Asmushausen, Rautenhausen, Braunhausen, Imshausen und Solz. Seit dem Schuljahr 2020/2021 ist die Schule Teil des Paktes für den Ganztag. Die Schulservice gGmbH unterstützt die Schule bei der Verwaltung und Umsetzung der Betreuungs- und Ganztagsangebote.

„Für die Umsetzung des Angebots sind an der Schule neun Betreuungskräfte über die Schulservice gGmbH beschäftigt. Sie alle haben die Qualifizierungsreihe absolviert, die wir jedes Jahr organisieren. Sie richtet sich gezielt an Betreuungskräfte ohne pädagogischen Berufsabschluss und vermittelt wichtige Grundlagen für die tägliche Arbeit mit den Kindern“, erklärt Christine Trinks, Geschäftsführerin der Schulservice gGmbH.

Ganztagsangebot für alle Klassenstufen

Für die Betreuung stehen den Familien zwei verschiedene Module zur Auswahl: Das erste Modul ermöglicht eine Betreuung bis 15 Uhr und kostet 40 Euro im Monat. Das zweite Modul bietet die Betreuung bis 16 Uhr und kostet 50 Euro im Monat. Insgesamt nutzen derzeit 115 Schülerinnen und Schüler das Ganztagsangebot. Davon bleiben 83 Kinder bis 15 Uhr und weitere 32 bis 16 Uhr.

Auch über die erste Klassenstufe hinaus steht das Betreuungsangebot allen Schülerinnen und Schülern offen. Obwohl der gesetzliche Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung derzeit nur die Erstklässler umfasst, können an der Brüder-Grimm-Grundschule auch Kinder der höheren Klassenstufen betreut werden. Besonders erfreulich: Aktuell gibt es keine Wartelisten, sodass die vorhandenen Betreuungsplätze den Familien bedarfsgerecht zur Verfügung stehen.

„Für uns als Schule ist es von immenser Bedeutung, dass der Schul-Vormittag mit dem Betreuungs-Nachmittag eng verzahnt ist. Wir wollen für die Kinder nicht zwei getrennte Welten, sondern ein gemeinsames Bildungsangebot anbieten“, erklärt Schulleiterin Jasmin Kortüm: „Betreuung bedeutet nicht nur Bringen und Abholen. Wir wollen die Betreuung pädagogisch wertvoll und ganzheitlich gestalten.“

Zurück in der Cafeteria: Für die Erst- und Zweitklässler beginnt um 12.40 Uhr das Essen, das bis 13.30 Uhr dauert. Rund 40 Kinder nehmen an diesem Tag daran teil. An einer der kleinen Tischgruppen sitzt auch Landrat Torsten Warnecke gemeinsam mit den Zweitklässlern Mira, Eva, Marlon und Miro. Auf dem Speiseplan steht Erbseneintopf mit Brötchen, zum Nachtisch gibt es Joghurt.

An den zahlreichen kleinen Tischgruppen herrscht reges Treiben. Die Kinder unterhalten sich angeregt, zwischendurch klappern Löffel und Geschirr. Auch Torsten Warnecke kommt schnell mit seinen Tischnachbarn ins Gespräch. Er möchte wissen, welches Schulfach ihnen am besten gefällt, wie sie die Nachmittage in der Betreuung verbringen und natürlich auch, ob ihnen das Essen schmeckt. Die Antworten kommen prompt, während der Erbseneintopf ausgelöffelt wird. „Sport, Mathematik, auch Religion stehen dabei ganz vorne. Auch tolle Lehrerinnen und Lehrer“, so Warnecke, ohne zu viel aus den Antworten zu verraten.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen ist der Schultag für die Kinder noch längst nicht vorbei. Zusammen mit ihren Betreuungskräften machen sie sich auf den Weg in die Betreuungsräume, wo der Nachmittag mit weiteren Angeboten und gemeinsamen Aktivitäten weitergeht.

Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung bundesweit geregelt

Der Rechtsanspruch auf schulische Ganztagsbetreuung und Ferienbetreuung für Kinder im Grundschulalter basiert auf dem bundesweiten Ganztagsförderungsgesetz (GaFöG). Er gilt schrittweise seit dem 1. August 2026. Bis zum Schuljahr 2029/2030 wird er auf alle vier Klassenstufen ausgeweitet. Der Anspruch umfasst acht Stunden Betreuung pro Tag von Montag bis Freitag sowie Betreuung auch während der Ferien. Die maximale Schließzeit pro Jahr darf maximal vier Wochen betragen. Der Rechtsanspruch kann durch Ganztagsangebote, Angebote der Kinder- und Jugendhilfe oder Angebote der Jugendarbeit erfüllt werden. Auch Angebote beispielsweise von Vereinen oder Kirchen können genutzt werden.

„Wir bereiten unsere Schulen schon seit vielen Jahren auf die Herausforderung Ganztag vor. In den vergangenen Jahren haben wir mehr als 12,5 Millionen Euro in bauliche Maßnahmen zugunsten des Ganztags investiert“, erklärt Landrat Torsten Warnecke: „Wir sind insgesamt als Landkreis – auch im Vergleich mit anderen Regionen - auf einem sehr guten Weg. Dafür bin ich meiner Verwaltung und den Schulen sehr dankbar.“

Hintergrund

Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg ist Schulträger von 29 Grundschulen mit rund 250 Klassen und rund 4700 Schülerinnen und Schülern. In der Kreisstadt Bad Hersfeld gibt es sechs Grundschulen, in Bebra drei und in Rotenburg und Wildeck je zwei. In den weiteren 16 Kommunen des Landkreises gibt es jeweils eine Grundschule, bei der der Landkreis Schulträger ist. Von diesen Schulen arbeiten im Schuljahr 2026/2027 bereits 27 von 29 Grundschulen im Landesprogramm „Pakt für den Ganztag“. Weiterhin nehmen auch von den vier Förderschulen im Landkreis zwei Förderschulen am Landesprogramm „Pakt für den Ganztag“ mit ihren Grundstufen teil.

Im Landkreis nehmen rund 1850 Kinder das Ganztagsangebot an Grund- und Förderschulen über die Schulservice gGmbH wahr. Um diese Schülerinnen und Schüler kümmern sich 215 Mitarbeitende, die über die Schulservice gGmbH angestellt sind. Darunter sind unter anderem Betreuungskräfte, Essensausgabekräfte und Verwaltungspersonal. Weitere knapp 100 Übungsleiter und Honorarkräfte sind unterstützend tätig, beispielsweise in Arbeitsgemeinschaften (AGs). Darüber hinaus gibt es noch sieben Fördervereine, die Betreuungspersonal an sechs Grundschulen und einem Nebenstandort stellen.

Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg organisiert über die Ganztagsangebote hinaus auch die Ferienbetreuung. Es gibt fünf Schulverbünde und die Ferienbetreuung findet jeweils an ausgewählten Schulen innerhalb des Verbundes statt.

Alle Informationen und häufige Fragen und Antworten (FAQs) dazu gibt es auf der Homepage.

Schlagworte zum Thema

Ganztag Schule, Bildung & Sport


Pressekontakt

Pressesprecherin Jana Feik

+49 6621 87-9103


                                                                                                                             Weitere Pressemitteilungen