Kinder, Jugend & Familie

Pflegekinderdienst des Landkreises sucht neue Pflegefamilien


Wenn Kinder vorübergehend oder dauerhaft nicht bei ihren Eltern leben können, brauchen sie ein stabiles und verlässliches Umfeld. Die Gründe dafür können vielfältig sein – etwa Krankheit, Überforderung oder belastende Lebenssituationen. In solchen Fällen kann die Unterbringung in einer Pflegefamilie eine Möglichkeit sein. Der Pflegekinderdienst des Landkreises Hersfeld-Rotenburg ist dafür zuständig, geeignete Pflegefamilien für Kinder zu finden und sie während des gesamten Prozesses zu begleiten. Dafür ist der Pflegekinderdienst, der im Fachdienst Kinder- und Jugendhilfe der Kreisverwaltung angesiedelt ist, fortlaufend auf der Suche nach Menschen, die sich vorstellen können, einem Pflegekind ein Zuhause zu geben.

Wer sich unverbindlich über das Thema informieren möchte, hat dazu am Donnerstag, 24. September, ab 16.30 Uhr Gelegenheit. Mitarbeiterinnen des Pflegekinderdienstes geben im Raum Eisenberg im Landratsamt (Friedloser Straße 12 in Bad Hersfeld) Einblicke in die Aufgabe einer Pflegefamilie, die Voraussetzungen und den Weg von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Aufnahme eines Pflegekindes.

Wer kann Pflegefamilie werden?

Pflegefamilien geben Kindern Sicherheit, Geborgenheit und neue Perspektiven. Dabei gibt es nicht die eine klassische Pflegefamilie: Paare, Alleinerziehende, gleichgeschlechtliche Paare und auch Einzelpersonen können grundsätzlich Pflegefamilie werden. Entscheidend ist nicht die Lebensform, sondern die Bereitschaft, ein Kind verlässlich zu begleiten und ihm Stabilität zu geben.

„Wer Pflegefamilie sein will, braucht viele Eigenschaften: Geduld, gute Nerven, Verständnis und Verlässlichkeit sind genauso wichtig wie Organisationstalent, Humor sowie ein hohes Maß an Toleranz und Respekt“, sagt Claudia Leibelt vom Pflegekinderdienst des Landkreises: „Man muss Kindern Geborgenheit geben können, bereit sein, ein Kind mit einer besonderen Lebensgeschichte aufzunehmen, und auch in herausfordernden Situationen sensibel und stabil handeln.“

Zu den weiteren Voraussetzungen gehören unter anderem kindgerechter Wohnraum, eine gesicherte wirtschaftliche Grundlage und die Zustimmung aller Haushaltsmitglieder. Außerdem müssen erweiterte, eintragsfreie Führungszeugnisse sowie Gesundheitsnachweise vorgelegt werden.

Schritt für Schritt zur Pflegefamilie

Wer Interesse daran hat, ein Pflegekind aufzunehmen, kann sich telefonisch, per E-Mail oder seit Kurzem auch über die Homepage des Landkreises an den Pflegekinderdienst wenden. In einem ersten Schritt wird ein unverbindliches Beratungsgespräch vereinbart. Anschließend füllen die Interessierten einen Fragebogen aus.

In einem ersten und in der Regel auch einem zweiten Hausbesuch machen sich die Mitarbeiterinnen des Pflegekinderdienstes ein Bild von der Situation vor Ort. Wer danach weiterhin Interesse an der Aufnahme eines Pflegekindes hat, nimmt an einem dreitägigen Seminar teil. Dieses wird zweimal jährlich angeboten.

Im Anschluss an das Seminar entscheiden die Mitarbeiterinnen des Pflegekinderdienstes, ob die Interessierten geeignet sind, ein Pflegekind aufzunehmen. „Im Bewerbungsverfahren begleiten wir Interessierte sehr eng, denn die Aufnahme eines Kindes ist eine verantwortungsvolle Aufgabe“, erklärt Leibelt.

Ist das Bewerbungsverfahren erfolgreich abgeschlossen, beginnt die Vermittlung zwischen Kind und Pflegefamilie. Dabei gilt für den Pflegekinderdienst ein wichtiger Grundsatz: „Wir suchen die passende Pflegefamilie für ein Kind – nicht das passende Kind für eine Familie.“

91 Pflegekinder leben derzeit im Landkreis

Der Pflegekinderdienst des Landkreises Hersfeld-Rotenburg besteht aus vier Mitarbeiterinnen. Sie begleiten Kinder, die vorübergehend oder dauerhaft nicht in ihrer Herkunftsfamilie leben können, und unterstützen zugleich Menschen, die einem Kind ein liebevolles und verlässliches Zuhause geben möchten. Aktuell leben im gesamten Landkreis 91 Pflegekinder in 64 Pflegestellen, darunter auch Verwandtenpflegeverhältnisse. Darüber hinaus gibt es fünf Bereitschaftspflegestellen und drei Notfallfamilien.

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Pressekontakt

Pressesprecherin Jana Feik

+49 6621 87-9103


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