Home-Office, Schul- und Kindergartenschließungen, ein dauerhaftes Zusammensein auf engstem Raum: Die Corona-Krise und die für viele Familien ungewohnte Situation hat die Gefahr häuslicher Gewalt erhöht. Auch jetzt, nachdem die ersten Corona-Lockerungen im Alltag greifen, sind die Folgen der Ausnahmesituation noch deutlich spürbar.

Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“, eine Initiative des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben, ist in Corona-Zeiten besonders gefragt. Das Angebot richtet sich seit sieben Jahren an von Gewalt betroffene Frauen und ihr Umfeld. Per E-Mail, im Sofort-Chat oder telefonisch können Frauen mit Expertinnen Kontakt aufnehmen. Weiterhin besteht die Möglichkeit, Frauen an Beratungsstellen zu vermitteln.

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In Deutschland ist laut dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben jede dritte Frau von häuslicher Gewalt betroffen, unabhängig vom Alter, Einkommen oder Bildungsstand. Nur 20 Prozent aller Betroffenen suchen allerdings Hilfe. „Frauen, die Gewalt erfahren müssen, wissen oft nicht, wo sie Hilfe bekommen können. Das Hilfetelefon kann erster Ansprechpartner sein“, sagt Elke Künholz, externe Frauen und Gleichstellungsbeauftragte der Kreisverwaltung und Erste Kreisbeigeordnete. „Das Angebot ist anonym und kostenlos, Gespräche werden vertraulich behandelt.“ Es könne zudem rund um die Uhr in 17 Fremdsprachen sowie deutscher Gebärdensprache genutzt werden.

Seit diesem Jahr fungiert Elke Künholz als externe Frauen- und Gleichstellungsbeauftrage des Landkreises Hersfeld-Rotenburg. Die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen ist ihr daher besonders wichtig: „Die aktuelle Krisensituation hat viele frauenpolitische Themen und überfällige Entscheidungen für verbesserte Lern-,Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Hintergrund gerückt. Zusätzlich hat die Krise die sozialen und gesellschaftlichen Ungleichverhältnisse für Frauen erheblich verschärft. Stichworte sind hier Kurzarbeit, Homeschooling, Unterbezahlung von Frauen im Gesundheitswesen, Gewaltschutz und die Tatsache, dass Frauen die Hauptlast der Carearbeit in der Krise tragen“, sagt Elke Künholz.

Das Hilfetelefon ist unter der Telefonnummer 08000 – 116 016 oder per E-Mail und Sofort-Chat unter www.hilfetelefon.de erreichbar.